Geschäftsführer Maximilian Priglinger (r.) hat die Auszeichnung von Chefredakteur Rainer Strnad entgegengenommen – natürlich in der Pergola im Werk 3.
Geschäftsführer Maximilian Priglinger (r.) hat die Auszeichnung von Chefredakteur Rainer Strnad entgegengenommen – natürlich in der Pergola im Werk 3.

Biohort | Langfassung

Der vielseitige Werkstoff Stahl

Der Spezialist für Feinblechverarbeitung Biohort weiß extrem gut damit umzugehen. Von der Idee bis zur Serienreife entwickelt und produziert das Familienunternehmen zu 100 Prozent in Österreich.

Gerade einmal zehn Tage lagen zwischen der Ermittlung des Siegers und der Preisverleihung: Die Leserinnen und Leser des diy-Fachmagazins haben die neue Pergola des österreichischen Herstellers Biohort zum Produkt des Jahres im Bereich Garten gewählt, und schon in der Woche, nachdem die Redaktion die Stimmen ausgezählt hatte, hat Geschäftsführer Maximilian Priglinger die Urkunde samt Trophäe aus den Händen von diy-Chefredakteur Rainer Strnad entgegengenommen.

Die Übergabe fand in St. Martin im Mühlkreis in Oberösterreich statt. Hier steht das dritte und größte, vor drei Jahren in Betrieb genommene Werk einschließlich vollautomatischem Hochregallager. Das Unternehmen, das der Vater Dr. Josef Priglinger gegründet hat, ist auf Gartenprodukte aus Feinblech spezialisiert. Es fertigt in einem hochautomatisierten Prozess seine gesamte Produktrange an Gartenhäusern, Geräteschränke, Fahrradgaragen, Aufbewahrungsboxen, Hochbeeten und Pergolen komplett selbst. Die Hintergründe und das Selbstverständnis erläutert Maximilian Priglinger im Interview.

Dr. Josef Priglinger hat Biohort gegründet, sein Sohn Maximilian ist als Geschäftsführer eingestiegen.
Dr. Josef Priglinger hat Biohort gegründet, sein Sohn Maximilian ist als Geschäftsführer eingestiegen. (Quelle: Biohort)

Glückwunsch, Herr Priglinger! Warum, glauben Sie, hat die Pergola gewonnen?

Maximilian Priglinger: Ich fange vielleicht damit an: Warum haben wir die Pergola entwickelt und auf den Markt gebracht? Wir wollten unser Sortiment über Stauraumlösungen hinaus mit dem Produktbereich Outdoor Living erweitern, und haben uns überlegt, wie wir uns von bestehenden Produkten abheben können. Ich glaube, dass das Produkt so gut am Markt angenommen wird, weil wir Qualität, Funktionalität und Design darin perfekt vereint haben und einige Dinge unser Produkt auszeichnen.

 

Was zum Beispiel?

Es ist leise. Wir haben keine Alu-Lamellen mit Hohlkörper verarbeitet, sondern Sandwich-Lamellen, was auch die Hitze unter der Pergola abmildert. Was mich aber an der Auszeichnung besonders freut: Das Produkt ist von der Idee, über das Design bis hin zur Umsetzung zu 100 Prozent bei uns im Haus entwickelt worden – und wird komplett bei uns produziert.

 

Alle sagen, die Produktion in Europa, also auch in Deutschland oder Österreich, sei viel zu teuer. Warum geht es bei Ihnen trotzdem?

Es wird in der Tat immer schwieriger, weil einerseits die Lohnstückkosten massiv gestiegen sind und es andererseits immer schwieriger wird, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Wir haben eine sehr starke Wachstumskurve hinter uns, und wir haben sie nur bewältigen können, weil wir stark auf Automatisierung gesetzt haben. Nur so können wir noch wettbewerbsfähig produzieren. Wir sind stolz, dass wir die Wertschöpfung in Österreich halten. Der Stahl, den wir verarbeiten, kommt aus namhaften Betrieben in Österreich und Europa.

Das Zweite ist, dass wir nicht den Preis in den Vordergrund stellen, sondern die Qualität „Made in Austria“. Wir geben mit Stolz und Überzeugung 20 Jahre Garantie.

Aber es geht nicht nur um die Produktqualität, sondern auch um die Qualität im Service, in der Warenverfügbarkeit und in der Lieferzeit. Der Kundenservice ist bei uns multilingual. Bei uns arbeiten zum Beispiel Franzosen, Spanier und Italiener, die mit Baumarktleitern und Endkunden in deren Muttersprache telefonieren. Und wir haben den Vorteil, dass wir schnell auf Nachfrageschwankungen reagieren können, weil wir im Zentrum von Europa produzieren und die Märkte schnell beliefern können.

 

Welches sind Ihre Hauptmärkte?

Der DACH-Raum, aber im internationalen Bereich entwickeln sich sehr starke Wachstumsmärkte, je nach Sortiment. In einigen Ländern gehen die Boxen besser als Gartenhäuser, in einigen wachsen wir sehr stark mit der Pergola oder mit unserem Gewächshaus Florentina. Jedes Land hat seine Vorzüge.

 

Zum Beispiel?

Die Trends im Hausbau spiegeln sich bei uns wider. Zum Beispiel funktioniert die weiße Pergola gut im Süden.

Die vor einem Jahr auf den Markt gebrachte Pergola wurde bereits mit dem Red Dot Award ausgezeichnet.
Die vor einem Jahr auf den Markt gebrachte Pergola wurde bereits mit dem Red Dot Award ausgezeichnet. (Quelle: Biohort)
Das Entwicklerteam: Die Pergola ist von der Idee über das Design bis hin zur Umsetzung zu 100 Prozent inhouse entwickelt worden.
Das Entwicklerteam: Die Pergola ist von der Idee über das Design bis hin zur Umsetzung zu 100 Prozent inhouse entwickelt worden. (Quelle: Biohort)

Welche Bedeutung wird Ihr zweites Standbein Outdoor Living neben dem Bereich Storage haben?

Unsere Vision ist, dass Biohort für Metall im Garten steht. Wir wollen uns sämtlicher Produkte im Garten annehmen, die aus Metall produziert werden. Denn in der Dünnblechfertigung haben wir eine extrem hohe Kompetenz und extrem viel Wissen und Erfahrung. Also: Alles, was sich für den Garten mit Feinblech produzieren lässt, ist bei uns im Fokus. Aber auch bei den Stauraumlösungen haben wir noch einige innovative Ideen.

 

Wo sehen Sie noch Möglichkeiten zu wachsen?

Wir sehen noch in allen Ländern viel Potenzial. Selbst in Österreich, wo wir schon seit 35 Jahren am Markt sind.

 

Sind steigende Rohstoffpreise kein Problem?

Doch, sind sie, weil sie für uns nicht kalkulierbar sind. Wir versuchen, uns langfristig abzusichern. Und mit den steigenden Dieselpreisen steigen außerdem die Frachtkosten extrem. Warum ist das wesentlich für uns? Weil wir direkt zum Endkunden liefern, free of charge und frei Bordsteinkante.

 

Dabei legen sie ja großen Wert gerade auf die Qualität des Stahls.

Ja, mein Vater ist Maschinenbauer, ich bin Maschinenbauer, und wir wissen, was für ein schöner Werkstoff Stahl ist. Aber wir wissen gleichzeitig, was er für Risiken mit sich bringt, wenn man ihn nicht richtig verarbeitet. Hier haben wir in der Fertigungstechnologie und im Handling schon eine sehr hohe Kompetenz aufgebaut. Das Blech kommt ja schon beschichtet bei uns an und muss dann kratzerfrei durch die Produktion.

 

Wie wichtig ist für Sie der Vertriebskanal Baumarkt?

Wir sehen hier große Veränderungen Richtung online. Das stationäre Geschäft im Baumarkt, aber auch beim Fachhandel ist unter Druck. Wir unterstützen den stationären Handel mit Ausstellungen und Mustern, damit der Kunde das Touch-and-Feel-Erlebnis bekommt. Hybride Verkaufsprozesse vereinen gleichermaßen Chancen und Risiken.

Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 6/2026.

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