Thema „Made in Germany“: Alle Welt sagt uns, das sei nicht mehr wirtschaftlich. Sie nicht. Sie investieren weiter in die Produktion in Neuburg. Wie geht das?
Manfred Hoffmann: Für uns ist „Made in Germany“ kein Marketingetikett, sondern ein zentraler Teil unseres Geschäftsmodells. Forschung, Entwicklung, Produktion und Logistik sind bei Sonax bewusst am Stammsitz in Neuburg gebündelt. Dadurch behalten wir die volle Kontrolle über Rezepturen, Qualität und Innovationsprozesse. Unser Anspruch ist es, hochwertige Autopflegeprodukte zu entwickeln, die weltweit gefragt sind – und das funktioniert am besten, wenn Kompetenz, Entwicklung und Fertigung eng zusammenarbeiten.
Als geschäftsführender Gesellschafter sind Sie operativ im Unternehmen tätig, das Ihr Ur-Großvater gegründet und insbesondere Ihr Großvater und ihr Vater vorangebracht haben. Warum ist es richtig, dass die Familie im Unternehmen präsent ist?
Als Familienunternehmen denken wir in Generationen. Diese langfristige Perspektive prägt unsere Entscheidungen – bei Investitionen, bei Innovationen und auch im Umgang mit unseren Mitarbeitenden und Partnern. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass meine Kinder Friederike und Lorenz Hoffmann in diesem Jahr operativ ins Unternehmen einsteigen werden.
Automotive und Nachhaltigkeit – wie passt das konkret bei Sonax zusammen?
Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Rezepturen umweltverträglicher zu machen, den Energieverbrauch in der Produktion zu senken und nachhaltigere Verpackungslösungen zu entwickeln. Bereits heute sind unsere Rezepturen frei von PFAS-Rohstoffen. Parallel investieren wir in energieeffiziente Anlagen und Photovoltaik.
Warum ist der Handel, konkret: der Baumarkt, ein wichtiger Vertriebskanal für Sonax?
Der Baumarkt ist für uns ein zentraler Kontaktpunkt zum Endkunden. Viele Menschen beschäftigen sich dort ganz bewusst mit der Pflege und Werterhaltung ihres Fahrzeugs. Unsere Aufgabe ist es, dem Handel Sortimente zu bieten, die Aufmerksamkeit erzeugen, klare Differenzierung schaffen und zuverlässig Umsatz generieren. Neben klassischen Schnelldrehern setzen wir deshalb auch auf innovative Produktkonzepte, emotionale Inszenierung und neue Kaufanlässe.
Rohstoffversorgung, Kostensteigerungen, Verunsicherung der Verbraucher – es gibt genügend Herausforderungen. Warum kann man im Segment Autopflege eine unternehmerische Zukunft sehen?
Autopflege ist ein Markt mit verlässlicher, stabiler Nachfrage. Menschen investieren zunehmend in den Werterhalt ihres Fahrzeugs – beim Neuwagen, aber auch immer mehr bei älteren Fahrzeugen. Auch das ist Nachhaltigkeit, wenn ein teures Investitionsgut länger nutzbar bleibt. Gleichzeitig entwickelt sich das Segment kontinuierlich weiter: Neue Materialien, neue Fahrzeugtechnologien und steigende Qualitätsansprüche eröffnen immer wieder Innovationspotenziale. Mit neuen Produkten, zusätzlichen Zielgruppen und internationalen Märkten konnten wir zuletzt erneut wachsen.
Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 6/2026.













