Rainer Strnad
diy plus

Kommentar

Die Leute und ihr Geld

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Es liegt nicht am Geld. Das ist der gefühlt am häufigsten gehörte Satz, wenn man danach fragt, warum die DIY-Konjunktur einfach nicht anspringen will. Und man weiß nicht, ob man aus diesem Satz mehr Resignation oder mehr Hoffnung heraushören soll.

Die Leute, so heißt es, haben Geld, und zwar durchaus genug, um auch größere Projekte zu Hause durchziehen zu können. Nur: Sie halten es halt zurück.

Oder sie geben es woanders aus. Als in diesem Frühjahr infolge des Iran-Kriegs die Straße von Hormus dichtgemacht wurde und die Preise zum Beispiel für Kerosin in die Höhe geschossen sind, dachten manche: Okay, die Leute (also die mit dem vielen Geld, siehe oben) fliegen nicht weg, sondern machen es sich zu Hause schön. Man hoffte auf einen Corona-Effekt ohne Corona.

Dummerweise wurde aber nicht nur das Kerosin, sondern zum Beispiel auch der Diesel teurer, zunächst um 40 Prozent von Ende Februar bis Anfang April; Ende Mai waren es rund 10 Prozent mehr. Also sind die ­Logistikkosten gestiegen und unkalkulierbar geworden. Jetzt diskutieren Händler und Hersteller wieder einmal unterjährig über Preiserhöhungen. Dabei ist beiden Seiten klar: Mit höheren Preisen lockt man keine Kunden in den Markt.

Gleichzeitig lassen die besagten Leute mit dem vielen Geld nicht erkennen, dass sie wirklich zu Hause bleiben wollen. Sie fliegen halt nur nicht mehr so weit weg: Laut einer Yougov‑Befragung im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) entscheiden sich 35 Prozent häufiger für Reiseziele in Europa. Zwar verzichten 26 Prozent tatsächlich (teilweise) aufs Reisen; aber das sind überdurchschnittlich häufig Geringverdiener, also nicht jene Leute mit … Sie wissen schon. Und insgesamt hält die Studie fest: Für 64 Prozent der Menschen bleibt Reisen als notwendige Auszeit wichtig – die sie offenbar nicht in ihrem trauten Wohnzimmer verbringen wollen, auch nicht dem grünen.

Gut, vielleicht werden am Ende nicht so viele Leute über den großen Teich geflogen sein, um vierstellige Beträge für WM-Tickets oder 150 Dollar für die Nahverkehrsfahrkarte rauszuhauen. Aber umgekehrt wird die WM auch nicht zum großen Umsatz-Treiber bei uns werden; das hat schon bei der EM im eigenen Land nicht viel gebracht, und für größere Projekte sowieso nicht.

Es wird also wieder nichts? So deprimierend will ich diesen Text einfach nicht beenden. Muss ich auch nicht. Zum Glück widerlegt mich dieses Heft ein Stück weit und zeigt: Es geht auch anders.

So zum Beispiel in unserer Titelgeschichte über…

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