Für den Handel bleibt der physische Store zentraler Parameter seiner Kundenansprache. Der Zuspruch, den die Fachmesse EuroShop auch 60 (!) Jahre nach ihrer Premiere erfährt, führt das eindrücklich vor Augen. Auch für die diesjährige Ausgabe hat der Veranstalter, die Messe Düsseldorf, bereits Monate vor dem Start gemeldet: „Obwohl die wirtschaftliche Lage im Handel derzeit herausfordernd und von Umbrüchen geprägt ist, haben sich viele Aussteller bereits frühzeitig zur Teilnahme entschlossen.“
Vom 22. bis 26. Februar 2026 feiert The World‘s No.1 Retail Trade Fair, wie die Veranstaltung sich selbst definiert, wieder die aktuellsten Retail-Innovationen und natürlich auch ihr Jubiläum mit einem „Global Retail Festival“. Fachbesuchende aus der ganzen Welt werden sich bei den rund 1.900 Ausstellern aus mehr als 60 Nationen über neue Lösungen und Produkte informieren. In 14 Messehallten steht eine Ausstellungsfläche von mehr als 100.000 m² Netto zur Verfügung.
Wie aktuell diese Messe ist, zeigen vielleicht zwei Themen, die beispielhaft im Vorfeld hervorgehoben wurden: Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz.
Aber Moment: Nachhaltigkeit – ist dieses Thema, das die US-Regierung von der Agenda genommen hat und das in Europa (Stichwort Green Deal) in den Hintergrund rückt, wie die Messemacher anmerken, tatsächlich etwas, womit sich die Branche beschäftigt? Sehr wohl, bekräftigen sie in einer Vorschau auf die Messe: Bei den Ausstellern der EuroShop, explizit Unternehmen der Dimension (so heißen hier die Messesegmente) Shopfitting & Store Design, bestätige sich der zurückhaltende Trend nicht, ebenso wenig wie beim Gros des Handels.
„Das Thema hat weiterhin eine hohe, wenn nicht sogar gewachsene Bedeutung“, berichtet auch Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung + Einrichtung beim EHI Retail Institute. Sie hat zahlreiche Gespräche mit Branchenprotagonisten im Rahmen der Studie „EHI-Laden-Monitor 2026“ geführt, die zur EuroShop erscheinen und dort vorgestellt werden soll.
Auch zur in der Tat vieldiskutierten künstlichen Intelligenz hat sich das EHI im Vorfeld der Messe geäußert. Seine Retail-Technology-Expertin Imke Hahn berichtet über die neue EHI-Studie „KI-Integration im Handel“. Die Studie zeige, dass sich inzwischen nahezu alle großen Handelsunternehmen auf strategischer Ebene mit KI beschäftigen. Was vor wenigen Jahren noch als Pilotversuch begann, sei heute Teil konkreter Transformationsprojekte.
Auf der EuroShop prägt künstliche Intelligenz, so die Expertin, inzwischen nahezu alle Themendimensionen. Insbesondere mit dem Aufkommen generativer KI hat sich ihr Einsatz weit über klassische Bereiche wie Replenishment, Pricing, Forecasting oder Inventory Management hinausentwickelt. Ob in der Ladenplanung, der Energie- und Gebäudesteuerung oder im Regalmanagement: Überall zeigt sich, wie Technologie, Datenintelligenz und operative Praxis immer enger verschmelzen und den Handel Schritt für Schritt intelligenter und effizienter gestalten.












