Es mag eine selektive Wahrnehmung sein, aber irgendwie beschleicht die Zu-guter-Letzt-Redaktion das Gefühl, dass sich die sogenannten Qualitätsmedien vermehrt dem Thema Heimwerken zuwenden. Erst in der April-Ausgabe hatte sie an dieser Stelle einen einschlägigen Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel gewürdigt; darin ging es um eine Psychiaterin und einen Literaturwissenschaftler, die im Baumarkt über Grenzziehung sinnieren. Später im April haben die Kolleginnen und Kollegen von diyonline über einen ganzen Sonntagvormittag berichtet, den der Radiosender SWR Kultur dem Thema „Der Baumarkt“ gewidmet und die Sendung unter das Motto „Mach’s dir selbst“ gestellt hat; auf das Fachpublikum, aber möglicherweise auch auf die SWR-Kultur-Hörenden, die man sich eher oberstudienrätisch vorstellen darf, dürfte dieses Motto allerdings irritierend gewirkt haben. Wie auch immer: Sogar die Wochenzeitung Die Zeit hat nachgezogen, und zwar mit dem reißerischen Vorspann: „Wasserrohr getroffen, Kurzschluss verursacht, in die Hand gebohrt: Hobbyheimwerker berichten von ihren größten Niederlagen und was sie daraus gelernt haben.“ Endlich hat sich das Thema „Scheitern als Chance Marke Eigenbau“ den ihm angemessenen Platz im Qualitätsjournalismus jenseits des diy-Fachmagazins erobert.









