Tischkultur im Minus

Markt für Glas, Porzellan und Keramik stabilisiert sich

(Quelle: Dähne Verlag, Strnad)
30.06.2026

Der Markt für Glas, Porzellan und Keramik (GPK) hat sich nach zwei Jahren rückläufiger Umsätze 2025 stabilisiert: Mit einem Volumen von 7,1 Mrd. Euro verharrt er auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig ist das Preisniveau in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Treiber waren dabei nicht nur die erhöhte Nachfrage während der Pandemie, sondern insbesondere externe Faktoren: Die Energiekrise verteuerte die Herstellung energieintensiver Produkte wie Glas und Keramik spürbar. Zudem führten Nachholeffekte im B2B-Geschäft – etwa infolge der Wiedereröffnung von Hotellerie und Gastronomie – zu zusätzlicher Nachfrage. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle „Branchenbericht GPK/Hausrat“ von IFH Köln und BBE-Handelsberatung.

„Die aktuelle Stabilisierung darf nicht als Entwarnung missverstanden werden. Der Markt bleibt strukturell unter Druck“, erläutert Dr. Johannes Berentzen, Geschäftsführender Gesellschafter der BBE-Handelsberatung, und nennt Konsumzurückhaltung, veränderte Nutzungsgewohnheiten und steigende Kosten.

Marktvolumen GPK
Marktvolumen GPK (Quelle: IFH Köln, BBE)

Cucina und Domus stärker, Tavola schrumpft

Ein Blick auf die Warengruppen offenbart unterschiedliche Entwicklungen: Cucina (Schneidwaren, Koch-, Brat- und Backgeschirr, sonstige Haushaltsartikel wie Waagen und Messbecher) behauptet sich weiterhin als umsatzstärkster Bereich mit einem Anteil von 45 Prozent, während im Jahr 2025 ausschließlich die Warengruppe Domus (Zierporzellan/Keramik, Tonwaren, Ziergegenstände/Geschenkartikel) Zuwächse von 1,8 Prozent verzeichnet.

Besonders unter Druck steht hingegen Tavola, die klassische Tischkultur rund um Glas, Geschirr, Besteck und Servierprodukte. Der Bereich sinkt um 0,5 Prozent auf ein Marktvolumen von rund 1,6 Mrd. Euro.

Moderates Wachstum bis 2030 erwartet

Trotz anhaltender Konsumzurückhaltung gehen die Marktexperten davon aus, dass der GPK-Markt ab 2026 wieder moderat wächst. Bis 2030 könnte das Marktvolumen in der mittleren Prognosevariante – bei Fortschreibung der aktuellen Trendentwicklungen – auf rund 7,5 Mrd. Euro steigen. Hoffnungsträger bleibt insbesondere die Gastronomie.

Zur Startseite
Mehr zum Thema
Das neue Abo: Print – Digital – Online
Jetzt gratis testen
diy Fachmagazin für die Baumarkt- und Gartenbranche
Lesen Sie auch