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1998, Nr. 10, S. 26
HANDEL
Markt
Götzen-Filialen in neuen Händen
Die Mehrzahl der Götzen-Baumärkte wird heute von neuen Betreibern
geführt
Als Anfang des Jahres die Götzen-Gruppe Konkurs anmelden mußte,
hielt die gesamte Branche den Atem an. Das zusammengebrochene Familienunternehmen
mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1.868 Mio. DM gehörte zu den sieben
umsatzstärksten DIY-Handelsunternehmen Deutschlands. Seinerzeit wurde
spekuliert, welche Auswirkungen das Verschwinden eines Handelsunternehmens
auf die DIY-Handelslandschaft haben wird. Falls mit dem Konkurs auch Verkaufsflächen
in nennenswertem Umfang aus dem Markt verschwunden wären, hätte
sich der gegenwärtige Verdrängungswettbewerb zumindest zeitweise
etwas entspannen können.
Dies ist aber nicht eingetreten. In den zurückliegenden Monaten
ist die überwiegende Anzahl der ehemaligen Götzen-Filialen von
neuen Betreibern neueröffnet worden. Die Götzen-Franchise-Märkte
waren nicht direkt vom Konkurs betroffen und standen daher nicht unmittelbar
zur Diskussion. Wesentlich dramatischer war die Situation der zuletzt 105
eigenen Filialen der Götzen-Gruppe. Sie standen vor der Liquidation.
In einer spektakulären Aktion, die über mehrere Wochen von
der Tagespresse begleitetet wurde, sicherte sich Rewe für die DIY-Vertriebslinie
toom insgesamt 52 Filialen. Diese Standorte verfügen über rund
die Hälfte der Gesamtverkaufsfläche aller Götzen-Baumärkte,
darunter nach Angaben der Götzen-Sequester auch die ertragsstärksten
Filialen. Legt man die von toom und Götzen im zurückliegenden
Jahr erzielten Flächenumsätze zugrunde, haben die 52 von toom
übernommenen Filialen ein Umsatzpotential von schätzungsweise
600 - 775 Mio. DM pro Jahr. Rewe hat also zweifellos deutliche Marktanteile
gewinnen können. Noch 1997 betrug der DIY-Umsatz der zur Rewe gehörenden
Vertriebslinien toom und Inter-Kaufpark zusammen gerade 700 Mio. DM. Selbst
wenn Rewe einige unrentable Filialen nicht weiterführen sollte, gehört
das Unternehmen jetzt zu den Top-10 des deutschen DIY-Handels.
Auch die meisten anderen der 53, nicht von Rewe übernommenen, ehemaligen
Götzen-Filialen haben zwischenzeitlich einen neuen Betreiber gefunden.
Die Anteile anderer Baumarkt-Betreiber an den inzwischen fast vollständig
aufgeteilten Götzen-Verkaufsflächen nehmen sich im Vergleich zu
Rewe aber eher bescheiden aus. Jeweils fünf Filialen mit zusammen etwa
28.000 bzw. 29.000 qm sicherten sich Marktkauf und OBI. Jeweils drei weitere
Filialen gingen an die hagebau sowie an die Märkische Bau- und…
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