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2001, Nr. 4, S. 3 Kommentar     Ein Markt der Superlative Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint für deutsche und einige andere europäische Baumarktbetreiber nicht in den USA zu liegen. Von wegen Goethe: "Amerika, du hast es besser!" In Abwandlung einer Polit-Parole muss es heute wohl heißen: "Von China lernen, heißt siegen lernen!" Die deutschen und europäischen Einkäufer haben den asiatischen Raum als Einkaufs- und Produktionsgebiet auf jeden Fall schon längere Zeit entdeckt. Entweder allein oder auch in Kooperation mit Partnern wurden Einkaufs- und Vertriebsgesellschaften gegründet, die das Reich der Mitte und seine Nachbarstaaten nach preiswerten Produkten aus dem Bau-, Heimwerker- und Gartenbereich abgrasen. Die deutschen Markenhersteller sind gar nicht froh darüber. Außerdem: Inzwischen werden in China nach Schätzungen zum Beispiel mehr "gefakte", also nachgemachte Bosch-Produkte hergestellt und verkauft, als das schwäbische Traditionsunternehmen dort offiziell absetzt. Aber auch der DIY-Handel hat bei Maos Erben angeklopft ­ und Zutritt erhalten. Wer mit deutschen Unternehmern spricht, die in China aktiv sind oder sein wollen, erfährt so einiges über die Verhandlungstechnik chinesischer Partner, über Erwartungen, dass der Chef persönlich erscheint, aber auch über die weitverbreitete Korruption in Verwaltung und kommunistischer Partei. China ­ sicherlich kein leichter Markt. Irgendwie hat es OBI aber geschafft, in China Fuß zu fassen. In diesen Tagen wurden in Shanghai, der Wirtschaftsmetropole des Landes, gleich zwei neue OBI-Baumärkte eröffnet. Die Nummern zwei und drei im Land. Seit Juni vergangenen Jahres ist man ja in Wuxi präsent. Mit "Putuo" und "Jinqiao" verfügt OBI nun über zwei weitere Mega-Baumärkte mit jeweils über 14.000 m 2 Gesamtverkaufsfläche. China hat ­ eine Binsenweisheit ­ weit über eine Milliarde Einwohner. Der Markt scheint gigantisch zu sein. Potentielle Kunden allerorten, kontinuierliches Wirtschaftswachstum, steigende Einkommen, Bedürfnis nach Individualität und Luxus. Doch reicht dies aus? Wie klappt die Logistik? Ist das Ausgabeverhalten chinesischer Haushalte so geartet, dass auch Heimwerkerprodukte gekauft werden? China, ein einig Land der Häuslebauer? Und bleibt das Riesenreich politisch stabil? Mehr Fragen als Antworten. Wie auch immer, als deutscher Hersteller sollte man sich bemühen, bei OBI und anderen "China-Auswanderern" gelistet zu sein. Dann könnten von der "Vervielfältigung deutscher und…
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