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Von Handwerkerzeichen und Handelsmischungen

Marken sind teilweise tief in der Geschichte verwurzelt. Doch erst mit der Industrialisierung kam die Entwicklung der modernen Marke richtig in Gange. Bis heute ist das Bedürfnis, Marken eintragen und damit schützen zu lassen, ungebrochen.
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Marken zeichnen sich durch viele Merkmale aus, unter anderem durch Qualität, Glaubwürdigkeit und Emotionalität. Das wichtigste Kriterium dürfte aber der Wunsch nach Unterscheidbarkeit sein. Dieses Bedürfnis des Herstellers, seine Ware zu kennzeichnen und damit unverwechselbar zu machen, geht zurück bis in die Frühgeschichte der Menschheit. So wurden beispielsweise im alten Ägypten Ziegelsteine mit entsprechenden Zeichen versehen, um zu kennzeichnen, welcher Handwerker sie gefertigt hatte. Schon damals war also bei gewissen Erzeugnissen der Wunsch nachweisbar, Produkte einem Hersteller zuordnen zu können, damit den Produzenten unverwechselbar zu machen und seinen Anspruch an Qualität und Herkunft zu kommunizieren. Herkunftsbezeichnungen oder Herstellerzeichen sind auch aus der griechischen Antike bekannt. Damals fanden sie sich beispielsweise auf Töpferwaren oder Figuren. Die gleiche Funktion wird auch Siegel zugeschrieben, die Transportbehältnisse wie Amphoren oder Säcke verschlossen. Auch dadurch wurde Qualität, Unverwechselbarkeit und Herkunft gesichert bzw. nachweisbar. Das Siegel wird deshalb zu den Vorfahren der Marke gezählt. Auch im Mittelalter ermutigten Zünfte und Gilden ihre Mitglieder dazu, ihre Waren zu markieren, um sie von konkurrierenden Produkten abzugrenzen. Auch das Handwerkerzeichen aus dem frühen Ägypten lässt sich im Mittelalter nachweisen. Denn damals setzten die Handwerker ihr Zeichen (Signet) an eine definierte Stelle von Balken oder Mauern. Vor allem in der Renaissance wurde es üblich, dass Künstler ihre Werke signierten. Die eigentliche Produktkennzeichnung wurde damit erweitert, hinein in die Bereiche Stil und künstlerische Persönlichkeit. Im weitesten Sinne lässt sich diese künstlerische Autorenschaft heute als Vorläufer des Designs und des Gebrauchsmusterschutzes interpretieren. Viele frühe Marken, die man auch heute noch als solche bezeichnen würde, waren Herkunftszeichen. Bei Bier ist dies auch heute noch oft der Fall wie beispielsweise bei Warsteiner aus Warstein oder Bittburger aus Bittburg. Gerade die Namen von Biermarken sind teilweise sehr tief in der Geschichte verwurzelt. So gilt Garley aus Gardelegen in der Altmark in Sachsen-Anhalt als die älteste Biermarke der Welt und wird auf das Jahr 1314 zurück datiert. Auch Mönchshof (1349) und Franziskaner 1363) beanspruchen für sich eine Tradition, die bis in das Hochmittelalter zurückreicht. Während der Industrialisierung im 18., aber vor allem im 19. Jahrhundert kamen…
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