Bauinvestitionen in Deutschland
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Baustoff-Forum - Marktanalyse

Bauwirtschaft in Jubelstimmung

Die deutsche und europäische Bauwirtschaft kann sich derzeit über mangelnde Aufträge nicht beklagen. Mindestens bis 2018, so zeigen verschiedene Indikatoren, soll die Hausse anhalten.
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Die Baunachfrage in Deutschland wurde - und wird - in allen Bausparten ganz wesentlich von der großen Zahl an Flüchtlingen geprägt, die seit 2014 vermehrt nach Deutschland strömten. "Dieser Impuls wird auch in den kommenden Jahren anhalten, obwohl der Flüchtlingsstrom bereits erheblich abgeebbt ist", sagt Erich Gluch vom Ifo-Institut.
 Die gesamten Bauinvestitionen würden in Deutschland demzufolge in diesem Jahr um gut drei Prozent zulegen. Mit knapp zwei Prozent  2017 sowie um 0,2 Prozent 2018 werde sich dann allerdings der Anstieg deutlich abflachen. Der größte Wachstumsbeitrag entfalle, so Gluch weiter, dabei in diesem sowie im nächsten Jahr auf den Wohnungsbau. Deutliche Impulse seien 2018 vom öffentlichen Bau zu erwarten.
Nach der aktuellen Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute wird das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2016 um rund zwei Prozent und 2017 um knapp 1,5 Prozent zulegen. "Die Beschäftigungssituation sowie die Einkommensperspektiven dürften also für die privaten Haushalte in den nächsten Jahren günstig bleiben", glaubt Gluch.Potenzielle Wohnungserwerber profitierten weiterhin vom ausgesprochen niedrigen Zinsniveau. "Dieses dürfte sogar noch einige Jahre anhalten", sagt Gluch. Hypothekendarlehen mit einer Zinsfestschreibung von fünf bis zehn Jahren sind heute schon für rund 1,5 Prozent zu bekommen. Probleme bereiteten jedoch vielfach die Vorgaben, die sich aus der desaströsen Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland ergeben. Der Wert der Immobilie spielt danach nur noch eine untergeordnete Rolle - im Gegensatz zur Entwicklung des zukünftigen Einkommens.
 Die Preise für Wohnimmobilien sind in den letzten Jahren angestiegen; in einigen Großstädten sogar sehr deutlich. Dennoch sei die Angst vor einer Immobilienpreisblase in Deutschland unbegründet, sagt Gluch. Die Preise würden nämlich ganz wesentlich nicht von Spekulation, sondern von "natürlichen" Faktoren wie knappem Bauland, Fachkräftemangel, steigenden energetischen Anforderungen etc. getrieben. Hinzu komme, dass die Nachfrage zunehmend auch von Teilen der Bevölkerung getrieben werde, die sich um die Zukunft des Euro sorgen bzw. kaum noch andere Anlagealternativen sehen.
 In diesem Jahr dürften rund 260.000 Wohnungen…
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