Martin Langhauser, Director Consultant, GfK SE
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Autor: Martin Langhauser, Director Consultant, GfK SE
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Martin Langhauser und Christian Koch

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Der DIY- & Renovierungsmarkt wächst – und wandelt sich: Zuwächse wird es nur im Online-Handel geben.
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Den Deutschen geht es so gut wie lange nicht und entsprechend prächtig ist die Stimmung. Das liegt vor allem daran, dass sich kaum jemand Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen muss. Von den nicht zu knappen Lohn- und Gehaltserhöhungen der letzten Jahre ist gut was übrig geblieben, weil die Inflation lange Zeit fast gleich null war. Und weil das auch für die Zinsen gilt, hat so mancher das Sparschwein auf Diät gesetzt und u. a. in die Verschönerung von Haus, Wohnung und Garten investiert. Um vier Prozent lagen 2016 die Ausgaben der Haushalte für Renovierungen über denen des Vorjahres. Rund 37 Mio. mal haben die Heimwerker 2016 'angepackt' und dabei im Schnitt gut 1.200 € ausgegeben, ein Drittel mehr als noch vor fünf Jahren.
Während das Geld für Renovierungen also da ist, fehlt es den meisten leider an etwas anderem: Zeit. Das ist eben die Kehrseite der boomenden Wirtschaft und der hohen Beschäftigung. Im Sommer verbringt man die rare Freizeit lieber mit der Familie am Badesee oder beim Grillen im Garten. Im Winter kann man 'sein Projekt' dann in Angriff nehmen. Zwar waren die Renovierungsausgaben im Jahr 2016 sommers wie winters etwa gleich hoch, aber die Tendenz ist eindeutig: Im Sommer sind die Ausgaben seit 2011 um 23 Prozent, im Winter dagegen um überaus stattliche 55 Prozent gestiegen. In der kalten Jahreszeit wird dabei vor allem drinnen das Heim verschönert. Das meiste Geld geben die Haushalte dabei aus, um Wände und Decken zu streichen (Platz 1), zu tapezieren (Platz 5) oder Bad und WC zu fliesen (Platz 3).
Anders als etwa bei Lebensmitteln ist das Internet beim Einkauf von Gebrauchsgütern bereits eine Macht. Etwas mehr als ein Viertel (21,6 Prozent) aller Nonfood-Ausgaben entfielen im Jahr 2016 auf Online-Käufe (36,4 Mrd. €). Das Wachstum des Internethandels war 2016 mit gut sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr zudem deutlich besser als das des stationären Handels (-1,1 Prozent).
Man mag das beklagen, aber die Entwicklung ist nicht aufzuhalten und macht ja auch durchaus Sinn. Mit dem Smartphone in der Hand lassen sich vor Ort im Geschäft ganz unkompliziert Preise vergleichen, das günstigste Angebot online bestellen und bezahlen. Vor allem für die jüngeren Konsumenten ist das heute so 'easy' wie selbstverständlich. Und bequem ist es außerdem, vor allem bei schweren Sachen wie Wasserkisten oder eben auch bei Baumarktartikeln. Sollen sich doch DHL und Hermes damit abschleppen!
Andererseits geht auch dadurch die Zahl der 'stationären' Shoppingtrips zurück…
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