In Kroatien ist Bauhaus seit nunmehr 20 Jahren präsent.
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In Kroatien ist Bauhaus seit nunmehr 20 Jahren präsent.

60 Jahre Bauhaus - Ausland

Von Mannheim in die weite Welt

Bauhaus ist der erste deutsche Baumarktbetreiber, der mit seinem Konzept ins Ausland gegangen ist. Auch vor exotischeren Expansionszielen sind die Kurpfälzer nicht zurückgeschreckt. Heute ist der DIY-Pionier in 18 Ländern außerhalb Deutschlands aktiv und betreibt dort 125 seiner 278 Standorte.

Wenn in diesem Jahr Bauhaus ein Jubiläum feiert, dann feiert auch ein Pionier: Das Mannheimer Handelsunternehmen ist der erste der deutschen Händler aus dem DIY-Bereich, der mit seinem Konzept ins Ausland gegangen ist. Im Jahr 1972, gerade einmal zwölf Jahre nach der Eröffnung des ersten Bauhauses 1960 in Mannheim, brach­te Bauhaus in Linz in Österreich seine erste Auslandsniederlassung an den Start.

Inzwischen ist aus dem Auslandsengagement der Mannheimer ein internationales Filialnetz von 125 Standorten in praktisch ganz Europa geworden – fast schon so viele wie auf dem deutschen Heimatmarkt, auf dem das Unternehmen 153 Niederlassungen betreibt.

In Flächen ausgedrückt: Von den etwas mehr als 3,4 Mio. m² unter Bauhaus-Flagge befinden sich fast 1,6 Mio. m² jenseits der deutschen Grenzen.

Entsprechend hoch ist der Umsatzanteil, den die ausländischen Standorte zum Gesamtumsatz beisteuern. Im Jahr 2019 waren es 43,1 Prozent. Damit liegt Bauhaus auf Platz drei, was den Auslandsanteil am Firmengesamtumsatz angeht. Den zweiten Platz musste das Unternehmen aus der Kurpfalz im Jahr 2014 an die Kollegen aus der Pfalz abgeben, denn Hornbach hat sich seither bis auf 0,9 Prozentpunkte an den deutschen Auslandsmarktführer Obi (Auslandsanteil 50,0 Prozent im Jahr 2019) herangearbeitet.

Österreich als Expansionsland auszuwählen, war einigermaßen naheliegend, allein schon wegen derselben Sprache. Gemessen an der Zahl der Märkte steht das Land – zusammen mit Schweden – mit 21 Standorten nach wie vor an der Spitze der Auslandsengagements von Bauhaus.

Eineinhalb Jahrzehnte lang war der südliche Nachbar das einzige Land, in dem Bauhaus außerhalb des Heimatmarktes tätig war. Erst 1988 ging die Auslandsexpansion bei den nördlichsten Nachbarn mit der ersten Niederlassung in Dänemark weiter.

So naheliegend wie Österreich und Dänemark als direkte Nachbarländer Deutschlands blieb es aber nicht. Bauhaus hat in der Folge eine ganze Reihe von Zielen angesteuert, die im Kreis der deutschen Baumarktbetreiber einen eher exotischen Klang haben und von den deutschen Grenzen einigermaßen weit entfernt sind.

So hat das Handelsunternehmen 1989, bereits ein Jahr nach Dänemark, einen ersten Standort in Spanien eröffnet. Mit elf Niederlassungen ist das Land heute der viertstärkste Auslandsmarkt für das deutsche Handelsunternehmen.

Gleich hinter Spanien rangiert die Türkei mit ihren zehn Bauhaus-Niederlassungen auf der Auslandsliste des deutschen Baumarktbetreibers, und ebenso wenig wie in Spanien ist in diesem Land kein anderer deutscher Baumarktbetreiber tätig. Der Markteintritt von Bauhaus erfolgte 1996.

Noch so ein Unikat aus deutscher Sicht ist Estland. Vor zehn Jahren ist Bauhaus in den nördlichsten der drei baltischen Staaten gekommen; einen weiteren Markt hat das Unternehmen dort seither eröffnet. Und zwei Jahre später gab es ganz im Norden Europas noch einmal einen eher ungewöhnlichen Markteintritt: Im Jahr 2012 ging in Reykjavik in Island ein Bauhaus an den Start.

Damit waren dann die gesamten Nordics abgedeckt. Denn im bereits erwähnten Schweden hatte Bauhaus 1997 seinen ersten Markt eröffnet. Im Jahr 2001 folgte Finnland, sechs Jahre später Norwegen.

Bauhaus, Spanien
Spanien war das dritte Expansionsland. Heute gibt es dort elf Bauhaus-Standorte.

Mit dem Fall der Mauer taten sich auch für Bauhaus zahlreiche Expansionsmöglichkeiten in Mittel-, Ost und Südosteuropa auf. Den Anfang machten die Mannheimer in Juli 1993 in Tschechien mit einem Markt in Brünn. Es folgten Slowenien 1997, Kroatien im Jahr 2000, Ungarn 2007, Bulgarien 2012 und die Slowakei 2015.

Während Bauhaus nicht nur früh, sondern auch in weiter entfernte Länder expandierte, die für viele deutsche Kollegen weiße Flecken auf ihrer Landkarte blieben, kam das Unternehmen relativ spät in einigen direkten Nachbarländern Deutschlands zum Zug. Der Markteintritt in der Schweiz erfolgte erst 2006. Das häufig mit Österreich verglichene Land ist für ausländische Handelsunternehmen ein herausfordernder Markt; im Land werden (wenn man das Rätoromanische mitrechnet) vier Sprachen gesprochen, die Immobilienentwicklung gestaltet sich ausgesprochen langwierig.

Im sehr DIY-affinen Nachbarland Niederlanden ist Bauhaus 2015 angekommen. Dort betreibt der deutsche Händler mittlerweile drei Märkte. Derselben geographischen Region wird das jüngste Mitglied der Bauhaus-Auslandsfamilie zugerechnet: Seit 2016 gibt es auch einen Standort in Luxemburg.

Rainer Strnad

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