Agravis, Autostore-System
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Das Autostore-System bietet auf einer Gesamtfläche von etwa 600 m² Platz für 24.120 Behälter.

Agravis

Ware kommt zum Menschen

Dafür sorgen im neuen Autostore im Distributionszentrum Münster der Agravis unter anderem zehn Roboter. Für die Raiffeisen-Hauptgenossenschaft ist das ein Baustein in der Logistik der Zukunft. 

Die Agravis Raiffeisen AG hat in ihrem Distributionszentrum in Münster ein hochmodernes Autostore-System in Betrieb genommen. Das automatisierte Kleinteile-Lagersystem, das in der Rekordzeit von nur fünf Monaten geplant, eingebaut und getestet wurde, kommt seit August vor allem für Artikel aus den Sortimenten Textil, Garten, Haus und Heimwerker, Tiernahrung und Reitsport zum Einsatz. Es wird für die Kommissionierung von Artikeln aus dem Onlineshop raiffeisenmarkt.de eingesetzt. Derzeit sind knapp 6.000 Artikel eingelagert. In Planung sind rund 10.000 Artikel. Die Agravis hat für den Autostore inklusive Softwareanpassungen, IT-Infrastruktur, die Arbeitsplatzausstattung und sonstige Projektausgaben eine Gesamtsumme von rund 1,65 Mio. Euro investiert.

„Der Autostore ist ein innovatives und modulares System zur automatischen Lagerung und Kommissionierung von Kleinteilen“, erklärt Markus Menne, seit 2014 Bereichsleiter Logistik bei der Agravis. Das System bietet auf einer Gesamtfläche von etwa 600 m² Platz für 24.120 Behälter und ist mit vier Arbeitsplätzen sowie zehn Robotern ausgestattet.

Mit dem System kommt die Ware zum Menschen und nicht andersherum. Die Ware wird sortiert in Behältern gelagert, den so genannten Bins. Die Bins sind in den Ebenen der Aluminiumkonstruktion gestapelt, dem Grid. Über Fahrschienen transportieren akkubetriebene Roboter die Bins mit den Waren zum Mitarbeiter an der Arbeitsstation, dem Port. „Dadurch wird die Prozesseffizienz weiter gesteigert und die Fehlerquote in der Kommissionierung gesenkt“, nennt Markus Menne als besonderen Vorteil. Hinzu kommt, dass die Ware nahezu staubfrei bleibt. Für die Lagermitarbeiter hat das neue System den Vorteil, dass die oft langen und zeitaufwändigen Laufwege im Distributionszentrum entfallen.

Das modulare System kann bei Bedarf schrittweise vergrößert werden. „Bei weiteren Kapazitätsanforderungen lässt sich das Grid durch weitere Lagerschächte ohne Betriebsunterbrechungen erweitern. Gleichzeitig können wir durch Hinzuziehung weiterer Roboter die Leistung steigern“, erklärt Dennis Kluge, Leiter des Distributionszentrums, in dem täglich rund 1.200 Paletten und bis zu 1.000 Pakete kommissioniert werden. Zudem könne die Agravis nun auch eine Packreihenfolge der Kleinartikel aus dem Autostore-System vorgeben. Für die Geschäftskunden in den Raiffeisen-Genossenschaften habe dies den großen Vorteil, dass die Produkte sortimentsgerecht geliefert werden könnten.

Sortimentsvielfalt, Warenverfügbarkeit und Geschwindigkeit werden von unseren Kunden eingefordert.
Jörg Sudhoff, Vorstand Agravis Raiffeisen AG

Für die Agravis Raiffeisen AG ist der Autostore ein wichtiger Baustein für die Logistik der Zukunft. Es gehe darum, Genossenschaften und Endkunden durch hohe Qualität, kurze Beschaffungszeiten und eine effiziente Lieferkette maximal zufriedenzustellen, betont das für die Logistik zuständige Vorstandsmitglied Jörg Sudhoff. „Sortimentsvielfalt, Warenverfügbarkeit und Geschwindigkeit werden von unseren Kunden eingefordert. Hier unternehmen wir alles, um ihren wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden.“

Eine wichtige Rolle bei der effizienten Logistikstrategie spielt für die Agravis die Zusammenarbeit mit den regionalen Raiffeisen-Genossenschaften, wie Markus Menne unterstreicht. Deren dezentrale Lagerkapazitäten sollten in ein gemeinsames Logistikkonzept eingebunden werden. Markus Menne: „Wir stehen dafür zur Verfügung.“

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