Nahezu die Größe von Paris – so viel Grünfläche ist zwischen 2023 und 2024 weltweit im urbanen Raum verloren gegangen, in Zahlen sind das rund 95 Mio. m². Das hat der Husqvarna Urban Green Space Insights (HUGSI) Report 2025 festgestellt. Seit 2019 betrachtet der jährliche Report, herausgegeben von der Husqvarna Group, die Entwicklung von städtischen Grünflächen weltweit. Für den aktuellen Report wurden 516 Städte in 80 Ländern auf sechs Kontinenten an ihrem „grünsten" Tag analysiert. Eine der Erkenntnisse: die Region der Nordics (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden) hebt sich zunehmend als grünes Zentrum hervor, mit einigen der weltweit grünsten Städte.
Betrachtet wurden dabei auch unterschiedliche Städtegrößen, von Kleinstädten mit 5.000 Einwohnern bis hin zu sogenannten Mega-Cities wie Chongqing in China mit mehr als 30 Mio. Einwohnern. Die durchschnittliche Grünfläche reicht dabei von 25 Prozent in Süd- und Westasien bis zu 46 Prozent in Europa. Ein Beispiel zur Einordnung: Während Riyadh in Saudi-Arabien lediglich zu 1 Prozent grün ist, können gleich mehrere europäische Städte mehr als 60 Prozent Grünfläche vorweisen.
„Angesichts der zunehmenden Urbanisierung ist es für die Schaffung nachhaltiger, lebenswerter Städte unerlässlich zu verstehen, wie sich Grünflächen verändern. Die aktive Entwicklung städtischer Grünflächen sollte bei der Planung öffentlicher Infrastruktur stets Priorität haben“, kommentiert Erik Swan, Grünflächenspezialist und Projektmanager für HUGSI bei der Husqvarna Group, den Report.

Verlust ist menschengemacht
Als Hauptgrund für den Verlust von Grünflächen identifiziert der Bericht menschliche Aktivitäten wie Baumaßnahmen und städtebauliche Erweiterungen, wobei 73 Prozent der analysierten Städte eine negative Entwicklung aufweisen. Positiv vermerkt ist ein Plus von 45 Mio. m² an neuen oder verbesserten Grünflächen, die die Autoren eher auf Wetterbedingungen und passive Faktoren als auf aktive Begrünungsmaßnahmen zurückführen.
Im Allgemeinen verfügen Städte auf der Nordhalbkugel über mehr Grünflächen als Städte auf der Südhalbkugel. Europa hat mit 46 Prozent durchschnittlicher städtischer Grünfläche den größten durchschnittlichen Anteil. Dennoch liest sich die Entwicklung in 418 beobachteten europäischen Städten negativ: 17 Mio. m² Zugewinn gegenüber mehr als 30 Mio. m² Verlust. Der Nettoverlust von 13,3 Mio. m² entspricht dabei mehr als 1.800 Fußballfeldern. Unter den europäischen Städten verzeichnen Aarhus (Dänemark), Sunderland (Großbritannien) und Chisinau (Moldawien) einen deutlichen Anstieg. Vilnius führt erneut die Liste der europäischen Hauptstädte mit 61 Prozent Grünflächen, 226 m² pro Kopf und 47 Prozent Baumkronenbedeckung an.

Nordics sind weltweit führend
Besonders hervorzuheben sind die beobachteten Städte in den Nordics, die mit 49 Prozent städtischer Grünflächen über dem europäischen Durchschnittswert liegen. Das bedeutet, dass fast die Hälfte der städtischen Fläche in den 40 größten nordischen Städten mit Vegetation – Bäumen, Gras und Sträuchern – bedeckt ist. Die Region weist auch einen geringeren Verlust an Grünflächen als Europa insgesamt auf, mit einem Nettoverlust von 385.000 m². Vejle in Dänemark ist die grünste nordische Stadt (58 Prozent Grünflächen), gefolgt von Uppsala und Linköping in Schweden. Aarhus führt Europa mit einer positiven Nettoveränderung von fast 1,2 Millionen m² Grünfläche an.
Die Nordics glänzen auch weltweit mit einer durchschnittlichen städtischen Baumkronenbedeckung von 35 Prozent. Finnland liegt mit 44 Prozent an der Spitze, während Dänemark zwar weniger Stadtbäume (24 Prozent) hat, aber mit 48 Prozent Grünflächen einige der grünsten Städte insgesamt aufweist. „Grünflächen sind die Lungen der Stadt. Bäume spielen eine wichtige Rolle in städtischen Umgebungen – sie senken die Temperaturen durch Schatten, verbessern die Luftqualität, fördern die Artenvielfalt und tragen zum geistigen und körperlichen Wohlbefinden der Stadtbewohner bei“, fügt Erik Swan hinzu.













