Insbesondere der Markt für Küchenmöbel hat in den vergangenen Jahren zugelegt. 
Insbesondere der Markt für Küchenmöbel hat in den vergangenen Jahren zugelegt. 

Kücheneinrichtung | Langfassung

Küchenmöbel dominieren den Markt

Zu diesem Schluss kommt das IFH Köln. Die Unternehmens­beratung Titze hingegen beobachtet eine hohe Nachfrage nach Zubehör wie Armaturen oder Kochfeldabzüge. 

Der deutsche Küchenmarkt zeigt sich im Jahr 2025 nach dem Rückgang im Vorjahr stabil. Insgesamt gaben die Deutschen im Jahr 2025 rund 13 Mrd. Euro für Küchenmöbel, Einbaugeräte und Zubehör aus – der Umsatz bewegt sich damit auf Vorjahresniveau. Trotz moderater Preissteigerungen, etwa bei Materialien, bleibt die Küche das absatzstärkste Segment im Bereich Wohnen und Einrichten und verzeichnet seit 2016 ein Wachstum von rund 16 Prozent. Das zeigt der „Branchenbericht Küche“ des IFH Köln in Zusammenarbeit mit der BBE-Handelsberatung und Aroundhome.  

Küchenmöbel haben in den vergangenen Jahren Marktanteile hinzugewonnen und bilden weiterhin das größte Segment der drei Teilmärkte Küchenmöbel, Einbaugeräte und Zubehör/Montagen. Demgegenüber spielen technologische Trends wie Smart Home in der Küche laut den Studienergebnissen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Die Mehrheit der Befragten misst vernetzten Anwendungen und digitalen Zusatzfunktionen derzeit nur eine geringe bis keine Bedeutung bei der Kaufentscheidung bei.

Die Unternehmensberatung Titze hingegen beobachtet „Verschiebungen in der Küchenvermarktung zugunsten des Küchenzubehörs“ und hat daher ein neues Studienkonzept speziell für die DACH-Region aufgelegt. Demnach entwickelt sich der Markt für Küchen- und Multifunktionsarmaturen aktuell stabiler als die anderen Küchenbereiche im DACH-Raum. 2024 erreichte die Inlandsmarktversorgung in den drei Ländern 536 Mio. Euro zu Herstellerabgabepreisen Netto und somit ein Wachstum um 2,3 Prozent gegenüber 2023. Dieser Wert entspricht einem Handelsvolumen von 1,352 Mrd. Euro Brutto. Die Handelsumsätze entwickeln sich durch die steigenden Durchschnittspreise pro verkaufte ­Armatur besser als die Stückzahlen, halten die Marktbeobachter fest. Die verkauften Stückzahlen aller Küchenarmaturen liegen bei rund 3,3 Millionen. Diese Zahl stagniert derzeit und liegt 6,7 Prozent unter dem Wert von 2022.  

158 Hersteller aus dem DACH-Raum liefern Küchenarmaturen. „Deutschland stellt nur 29,1 Prozent der Hersteller, aber ohne Frage die wichtigsten Anbieter mit Grohe, Hansgrohe, Blanco, Villeroy & Boch und Schütte“, hält Geschäftsführer Winfried Titze fest.

Bei den Oberflächenmaterialien sind farbig eloxierte Küchenarmaturen die Kundenlieblinge. Während auch Edelstahl leicht hinzugewinnt, verliert Chrom deutlich Marktanteile.

Farbige Armaturen kamen bei den Kundinnen und Kunden gut an. 
Farbige Armaturen kamen bei den Kundinnen und Kunden gut an.  (Quelle: Dähne Verlag, Strnad)

„Vor allem Multifunktionsarmaturen sind die Gewinner“, betont Titze. Sie erreichen im DACH-Raum 16,3 Prozent des Wertes aller verkauften Küchenarmaturen. Bis 2030 werde der Wert vorsichtig kalkuliert auf über 22 Prozent Anteil ansteigen, sind sich die Branchenexperten sicher.  

In der Küche sei der Arbeitsplatz, bestehend aus Arbeitsplatte, Spüle mit Küchen- oder auch Multifunktionsarmatur und Abfalltrennung, seit mehreren Jahren der Wachstumstreiber, hält die Unternehmensberatung fest und fügt hinzu: „Nun hat der in das Kochfeld integrierte Kochfeldabzug in der Küche seinen Siegeszug gestartet. Dabei werden die Küchen hochwertiger und erzielen daher beim Verkauf höhere Durchschnittspreise als in der Vergangenheit.“

Bei schwierigen Rahmenbedingungen (Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, geringe Neubauquoten und hohe Bauzinsen) und steigenden Preisen ist der Gesamtmarkt mit Dunstabzügen im DACH-Raum laut Titze-Auswertungen seit 2018 um 7,8 Prozent auf 354 Mio. Euro im Jahr 2025 zu Herstellerabgabepreisen Netto zurückgegangen. Das entspricht einem Handelsvolumen von 901 Mio. Euro Brutto. Bei Kochfeldern und Kochfeldabzügen sieht es anders aus: Der Gesamtmarkt vergrößerte sich von 2018 bis 2025 um 5,8 Prozent auf 783 Mio. Euro zu Herstellerabgabepreisen Netto. Das entspricht einem Handelsvolumen von 1,981 Mrd. Euro Brutto.

Im Ländervergleich weist die Schweiz eine steigende Inlandsmarktversorgung seit 2018 auf, während Deutschland und Österreich seit 2023 unter einer rückläufigen Entwicklung leiden.

Die wichtigste Produkt­gruppe bei Dunstabzügen waren 2025 die Kopffrei-/Vertikalhauben mit einem Anteil von 30 Prozent. Der Anteil der Kochfeldabzüge an allen Kochfeldern liegt 2025 bei 11,5 Prozent und wird bis 2030 auf 14,6 Prozent anwachsen, ist Titze überzeugt.

Fachhandel bleibt ­zentraler Absatzkanal 

Mit einem Marktanteil von 39,3 Prozent ist der Möbel-Fachhandel – einschließlich Filialisten – der wichtigste Vertriebskanal für Produkte rund um die Küche, noch vor Küchenspezialisten und -fachmärkten. Der Onlinevertrieb verzeichnet zwar die dynamischste Entwicklung, bleibt mit einem Anteil von 7,2 Prozent jedoch vergleichsweise klein.  

„Der Markt wird weiterhin klar von stationären Anbietern geprägt, die insbesondere vom hohen Beratungsbedarf und den gestiegenen Qualitätsansprüchen der Kundschaft profitieren. Gerade bei komplexen Produkten wie Einbauküchen bleibt die persönliche Beratung entscheidend – entsprechend verläuft die Entwicklung des Gesamtmarktes weitgehend parallel zur Situation im Fachhandel“, erklärt Christoph Lamsfuß, Senior Consultant am IFH Köln.

Eine ähnliche Situation beobachtet auch die Unternehmensberatung Titze bei der Distribution von Küchen- und Multifunktionsarmaturen: Der Küchenhandel bleibt bei leicht rückläufiger Entwicklung mit 34,6 Prozent der wichtigste Vertriebsweg. Der Möbelhandel kommt auf 25,2 Prozent. Zulegen können der Onlinehandel und der Objektmarkt. Sie werden bis 2030 ihre Marktstellung weiter ausbauen, ist die Unternehmensberatung überzeugt. Der DIY-Handel kommt mit einem Anteil von 6,6 Prozent erst an fünfter Stelle.

„Es könnte noch mehr gehen, wenn es dem Möbelhandel und dem Küchenhandel gelingt, die gemachten Fehler beim Küchenverkauf im stationären Handel auszumerzen. Zuerst werden dort in aller Regel Holzmöbel und Elektrogeräte ausgesucht. Erst danach wird mit dem restlichen Etat mit dem Kunden das gewünschte Küchenzubehör besprochen. Dabei sind es gerade Küchenspülen, Arbeitsplatten sowie Küchen- und Multifunktionsarmaturen, wo der Handel besondere Chancen für ein trading-up beim Küchenkauf und höhere Verkaufspreise liegen lässt“, so Titzes Einschätzung. 

Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 9/2026.

Zur Startseite
Mehr zum Thema
Lesen Sie auch