Hausarbeit ist durch die sozialen Medien inzwischen zum Trendthema geworden. In einer Studie, die der Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW) gemeinsam mit Yougov im April 2025 durchgeführt hat, gaben 64 Prozent der befragten Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien an, sich Inhalte zur Hausarbeit anzuschauen – knapp jeder Zehnte sogar regelmäßig. Bei Inhalten zu Fitness sind es 66 Prozent, zur Mode nur 59 Prozent.
Angeführt wird dieser Trend von der Generation Z (ab Jahrgang 1995): Mehr als die Hälfte der jungen Erwachsenen empfindet ein positives Gefühl und findet es unterhaltsam, wenn sie anderen beim Saubermachen zusieht. 44 Prozent motivieren sich so sogar für die eigene Hausarbeit. Gleichzeitig gibt lediglich ein Viertel der Babyboomer (Jahrgänge 1946 bis 1964) an, ein positives Gefühl zu haben, wenn sie anderen bei der Hausarbeit zusehen. Nur jeder Zehnte findet darin Motivation.
48 Prozent aller Befragten im Generationendurchschnitt geben Youtube als wichtigste Plattform für Hausarbeitsinhalte an. Es folgen Instagram mit 37 Prozent, Facebook mit 29 Prozent und Tiktok mit 19 Prozent. In der Generation Z sind Instagram und Tiktok besonders beliebt.
Jeweils 54 Prozent der Nutzer sozialer Medien in den Generationen Z und Y (Jahrgänge 1980 bis 1995) haben bereits Tipps aus sozialen Medien ausprobiert. Beliebt sind hier vor allem allgemeine Ratschläge zum Putzen und Reinigen, Zeitmanagement-Challenges und Routinen sowie Ratschläge zur Verwendung traditioneller Hausmittel wie Natron oder Zitrone. Bei den Babyboomern sind traditionelle Bereiche wie Fensterputzen oder Fleckenentfernung besonders gefragt. Sogenannten Cleanfluencern, die Tipps und Tricks verbreiten, vertraut mit 44 Prozent am ehesten die Generation Z. Bei den Babyboomern sind es nur 15 Prozent.
34 Prozent der Nutzer sozialer Medien allgemein und 48 Prozent in der Generation Z sehen Hausarbeit dadurch positiver. Jedoch fühlen sich 60 Prozent der Nutzer zumindest manchmal durch Haushaltsaufgaben überfordert oder gestresst, bei Menschen ohne Kontakt zu Haushaltsthemen mit sozialen Medien sind es 51 Prozent. In der Generation Z bestätigen das zwei Drittel der Befragten. 54 Prozent setzen sich zudem unrealistische Standards. Der Grund: Beiträge suggerierten, dass ein perfekter Haushalt leicht erreichbar sei.
Fensterreinigung und Staubwischen im Fokus
Auch der Haushaltswaren-Anbieter Leifheit hat die Deutschen zu ihren Putzgewohnheiten befragt. Demnach ist der saisonale Großputz bei den meisten Menschen fest etabliert. 50 Prozent nutzen jedes Jahr das Frühjahr für eine umfassende Reinigung, gaben die Befragten im April 2026 an. Mehr als die Hälfte (66 Prozent) investieren vier Stunden oder mehr – fast jeder Dritte (28 Prozent) sogar mehrere Tage für den Frühjahrsputz.
Dabei macht insbesondere der Staub Probleme: Neben der Fensterreinigung (28 Prozent) zählt er zu den größten Herausforderungen im Haushalt. 23 Prozent nennen insbesondere schwer erreichbare Flächen als Problem.
Bei den eingesetzten Hilfsmitteln dominieren klassische Lösungen: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) greifen zum Staubwedel, während 69 Prozent zusätzlich einen Staubsauger nutzen. 41 Prozent der Befragten setzen auf waschbare Lösungen.
Marktwachstum erwartet
Die Datenplattform Statista hat sich ebenfalls das Reinigungssegment angeschaut. Demnach ist derzeit ein wachsender Trend zu umweltfreundlichen Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln in Deutschland zu beobachten.
Der globale Markt für Markt Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel beträgt laut Angaben der Branchenbeobachter im Jahr 2026 voraussichtlich rund 177,2 Mrd. Euro. Den größten Anteil habe dabei das Segment der Waschmittel, mit einem Wert von rund 96,0 Mrd. Euro. Pro Kopf würden aktuell weltweit etwa 22,42 Euro in diesem Markt umgesetzt. Online-Verkäufe machen laut Statista-Angaben 25,8 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Perspektivisch erwarten die Datenexperten eine positive Entwicklung auf dem Markt für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel. Sie beziehen sich dabei auf Prognosen, nach denen das Marktvolumen im Jahr 2031 voraussichtlich 207,6 Mrd. Euro erreichen wird, was einem jährlichen Umsatzwachstum von 3,1 Prozent entspricht.
Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 11/2026.












