Hornbach gibt Gas

28.11.2001

Das Geld aus dem Kingfisher-Einstieg soll in die Expansion fließen.

Hornbach will mit den Einnahmen aus dem Anteilsverkauf an Kingfisher vor allem sein Expansionstempo erheblich erhöhen, kündigte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Holding, auf einer Pressekonferenz gestern an. Es werde mehr als zehn Neueröffnungen pro Jahr geben. Er zitierte aus einer Mitteilung an die Mitarbeiter und nannte als Ziel, „unbestrittener Branchenführer“ – nicht Marktführer – zu werden. Über die Frage, welcher der beiden neuen Partner in welchem Land weiter expandiere, habe man sich mit Kingfisher verständigt. Die beiden Unternehmen werden lediglich auf dem deutschen Markt gleichzeitig vertreten sein. Hornbach versicherte, dass es keinen Stellenabbau oder eine Zusammenlegung von Verwltungen geben werde. Auch werde Kingfisher keinen Posten im Vorstand der Holding oder der Hornbach-Baumarkt-AG besetzen. Der Vertrag sieht nach Angaben von Hornbach nur sehr wenige Regelungen einer konkreten operativen Zusammenarbeit vor. Für den Vorstandsvorsitzenden steht der Erfahrungs- und Methodenaustausch der beiden „Großflächenspezialisten“ im Vordergrund. Auf der Systemebene sieht er eine mögliche engere Kooperation in den Bereichen Informationstechnologie und Logistik, allerdings ausdrücklich ohne das neue Logistikzentrum in Frage zu stellen. Auch was den gemeinsamen Einkauf angeht, gibt es keine konkreten Vereinbarungen über Volumina oder Sortimente, sagte Hornbach. Er geht jedoch davon aus, dass sich im Importgeschäft „auf jeden Fall etwas tun wird“.
Das Familienunternehmen legt Wert auf die Feststellung, dass es seine Unabhängigkeit auch – oder, wie man meint: gerade – durch die Allianz „zweier starker Partner“ bewahrt. Ein Verkauf stimmberechtigter Aktien ist künftig nicht mehr ohne weiteres möglich. >Denn die Familien bringen ihre Anteile in eine Treuhand ein, die allein über weitere Verkäufe entscheiden kann. Alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer wird Otmar Hornbach, zweiter Geschäftsführer ist Albert Hornbach. Ein Erwerb von Aktien, die derzeit in Streubesitz sind, würde keinen Einfluss auf das Unternehmen bringen, weil es sich um Vorzugsaktien ohne Stimmrecht handelt.
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