„Mit dem Schüren von Feindbildern aufhören“

24.01.2005

Praktiker erhebt schwere Vorwürfe gegen den Wettbewerb und den BHB und berichtet von tätlichen Übergriffen gegen Mitarbeiter wegen der 20-Prozent-Aktionen

Die Auseinandersetzung um die 20-Prozent-Aktionen von Praktiker hat nach Darstellung des Unternehmens eine neue Dimension erreicht und in zwei Fällen zu körperlichen Angriffen gegen Mitarbeiter geführt. Vor dem Praktiker-Markt in Braunschweig hätten Prospektverteiler von Hornbach-Werbung einen Praktiker-Azubi mit dem Messer angegriffen, erklärte der Pressesprecher von Praktiker. Es handelt sich dabei nicht um Hornbach-Mitarbeiter. Praktiker werte das als versuchte schwere Körperverletzung.
Hornbach hat bestätigt, dass es zu einem Zwischenfall gekommen ist, der sich im Umfeld, nicht jedoch auf dem Firmengelände des Marktes abgespielt habe. Es gebe jedoch keine Order des Unternehmens, Prospekte direkt an Kunden von Praktiker zu verteilen.
In Saarbrücken sei ein Praktiker-Mitarbeiter im Hornbach-Markt von Mitarbeitern des Unternehmens attackiert worden, als er dort einkaufen wollte, lautet der zweite Vorwurf von Praktiker. Nach Darstellung von Hornbach sei der Praktiker-Mitarbeiter, nachdem er als solcher erkannt worden sei, provozierend aufgetreten. Hornbach bringt diesen Fall mit dem Eindruck in Verbindung, „dass von Praktiker gezielt Ware aus den Märkten rausgekauft wird“, wie ein Sprecher sagte.
Praktiker reagiert auf die Vorfälle mit einem Appell an die Branche und die Wettbewerber, „mit dem Schüren von Feindbildern“ aufzuhören. Konkret wendet sich das Unternehmen gegen „emotionalisierende Kampagnen“ von Hornbach, aber auch gegen den BHB, der Lieferanten an den Pranger stelle und gegeneinander ausspiele. BHB-Geschäftsführer John W. Herbert betont, der Verband vertrete die Interessen aller Mitglieder und wende sich nicht gegen Praktiker. Allerdings bewerte er die 20-Prozent-Rabatte auch auf Markenprodukte als „extrem gravierend“. So etwas habe es im deutschen Handel bislang noch nicht gegeben.
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