Praktiker verliert Umsatz und steigert Ergebnis

27.03.2009
In Deutschland hat der Baumarktbetreiber 2008 knapp sieben, mit der Marke Praktiker fast zehn Prozent weniger umgesetzt. International machen Währungsverluste zu schaffen. Doch das operative Ergebnis steigt auf einen Rekordwert

Auf der Bilanzpressekonferenz heute in Frankfurt hat Praktiker die zu Jahresbeginn veröffentlichten vorläufigen Zahlen bestätigt. Danach ist der Umsatz gegenüber 2007 um ein Prozent auf 3,907 Mrd. € gesunken. In Deutschland betrug der Rückgang 6,9 Prozent auf 2,666 Mrd. €, auf vergleichbarer Fläche waren es minus 8,0 Prozent. Die Marke Praktiker hat 1,963 Mrd. € umgesetzt und damit 9,7 Prozent verloren. Das Plus der 2007 übernommenen Konzerntochter Max Bahr von 2,1 Prozent auf 702 Mio. € ist darauf zurückzuführen, dass sie erstmals für zwölf Monate in den Konzernabschluss einbezogen wurden.
Im Ausland hat Praktiker seinen Umsatz um 14,6 Prozent auf 1,241 Mrd. € gesteigert. Flächenbereinigt ergab sich erstmals ein Umsatzrückgang von 0,5 Prozent.
Der Baumarktbetreiber nennt zwei Faktoren, die die Umsatzentwicklung 2008 besonders beeinflusst haben: Die Neuausrichtung der Marketingstrategie mit einer Halbierung der Anzahl der 20-Prozent-Aktionen und die Tatsache, dass die Umsatzsteigerungen im Ausland ausschließlich auf die Neueröffnungen zurückgeht.
Die Abwertungen der meisten osteuropäischen Währungen insbesondere im letzten Quartal 2008 haben nicht nur die Umsatzerlöse, sondern auch das operative Ergebnis beeinträchtigt, das allerdings das höchste in der Firmengeschichte ist. Die insgesamt 129,1 Mio. € (plus 11,3 Prozent) des EBITA setzten sich aus 45,2 Mio. € (plus 10,0 Prozent) aus dem Inland und 83,9 Mio. € (plus 12,1 Prozent) aus dem internationalen Geschäft zusammen.
Vorstandschef Wolfgang Werner sprach von einem insgesamt guten Jahr. Er sagte, das Unternehmen stelle sich vor dem Hintergrund der Rezession „auf eine vorübergehende deutliche Abschwächung unseres Geschäfts im In- und Ausland ein“. Eine genaue Prognose für das Geschäftsjahr 2009 gibt der Vorstand jedoch nicht ab. Höchste Priorität haben seinen Angaben zufolge nun Ergebnis- und Liquiditätssicherung. In der Internationalisierung kündigte Werner eine „Atempause“ und die Eröffnung von lediglich einer Handvoll neuer Standorte in Ost- und Südosteuropa an. Die für 2009 geplante Investitionssumme von 70 Mio. € liegt um rund 30 Prozent unter dem Wert des vergangenen Jahres. Allerdings soll das Engagement im Inland durch eine 50-zu-50-Aufteilung gegenüber 60 Prozent für die internationalen Aktivitäten 2008 gewinnen.
Werner äußerte sich auch zu den Verkaufsgerüchten um die Bau- und Gartenmärkte der Baywa (s. auch unsere DIYonline-Meldung von heute). Gefragt, ob ein Erwerb dieser Märkte eine Option für Praktiker sei, antwortete er: „Unsere Prämisse war immer, Premium zu kaufen. Alles andere kommt nicht in Frage.“
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