Hagebau und Eurobaustoff sollen büßen

03.03.2010
Das Bundeskartellamt unterstellt Preisabsprachen bei Silo-Aufstellgebühren und verhängt hohe Bußgelder

Das Bundeskartellamt hat Bußgelder in Höhe von insgesamt 13,4 Mio. € gegen Unternehmen, Verbände und vier Einzelpersonen aus der Baustoffbranche verhängt. Die Strafen wegen verbotener Preisabsprachen treffen die Baumarktgruppe Hagebau, die Baustoffhandelskooperation Eurobaustoff, den Baustoff-Fachhandel Landsberg und den Verband Norddeutscher Baustoffhändler. Die Unternehmen haben laut Kartellamt "wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Aufstellgebühren für Trockenmörtel-Silos" getroffen. Dadurch habe sich der Preis für Mörtel flächendeckend erhöht. Den finanziellen Schaden hatten Abnehmer wie Maurer oder Stuckateure. Die so genannte Silostellgebühr ist nach Angaben der Bonner Wettbewerbshüter in den Jahren 2004 und 2005 flächendeckend vereinbart und ab 2006 erhoben worden. Bevor Händler oder Hersteller die Zusatzgebühr kassiert hätten, seien die Silokosten Teil des Mörtelpreises gewesen. Das Kartellamt hat binnen acht Monaten damit zum zweiten Mal Bußgelder für die Branche verhängt. Im Juli 2009 gab es bereits für neun Mörtelhersteller Bußbescheide über fast 40 Mio. €. Dagegen klagen allerdings sämtliche Unternehmen. Nun geht die Behörde gegen den Handel vor, weil er die Praxis mit den Abstellgebühren unterstützt und selbst von ihr profitiert habe. Die Bußgeldbescheide sind noch nicht rechtskräftig. Hagebau und Eurobaustoff haben bereits beim Oberlandesgericht Düsseldorf Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt.
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