Gemeinsame Preismodelle

Herstellervereinigung fordert gemeinsame Reaktion von Handel und Lieferanten auf die Entwicklung der Rohstoffpreise

Aufgrund der „spürbar gestiegenen“ Einzelhandelspreise für Bau- und Heimwerkerprodukte sowie Anstrichmittel im zurückliegenden Jahr ( + 5 Prozent bei einer allgemeinen Teuerungsrate von 2,5 Prozent) fordert die Herstellervereinigung BAU + DIY, dass dringend über neue gemeinsame Preismodelle in volatilen Rohstoffmärkten nachgedacht werden müsse. Sorgen bereitet dabei vor allem die Preisentwicklung bei Stahl und Rohöl, denn nach einer zwischenzeitlichen Beruhigung an den Rohstoffmärkten steigen die Preise für Rohstoffe seit Jahresbeginn wieder. Bis zum Mai stiegen die deutschen Stahlpreise am Spotmarkt auf das zweithöchste jemals erreichte Niveau an. Doch auch Rohöl bleibt über dem Stand von 2009. Rohöl ist ein anhaltender Kostentreiber für viele Bau- und Heimwerkerprodukte. Insbesondere die rohölnahen Sparten aus den Bereichen Kunststoffe, Farben/Lacke und Bauchemie bekommen dabei zudem die Abwertung des Euros zu spüren. Die Währungsparität vom Euro zum Dollar stelle für alle rohstofforientierten Produzenten und Fertigwarenimporteure eine merkliche Verteuerung ihrer Einstandspreise dar, so die Herstellervereinigung. Auch die Bezugspreise für Energie und Transportleistungen sind unmittelbar mit den Rohölpreisen verknüpft. „Dieser massiv gestiegene Kostendruck auf Seiten der Hersteller wird zu neuen Preisrunden mit dem Einzelhandel führen. Zudem wird durch die Abkehr von verbindlichen Jahrespreisen auf Seiten der Vormaterialproduzenten, beispielsweise bei den Stahlproduzenten, die verarbeitende Industrie gemeinsam mit den DIY-Einzelhändlern zeitnah über neue gemeinsame Preismodelle in volatilen Rohstoffmärkten nachdenken müssen“, erklärt Ralf Rahmede, (Bild) Geschäftsführer vom Verband BAU + DIY e.V.
Wenn die großen Stahlproduzenten keine verbindlichen Jahrespreise über Langfristverträge mehr eingehen, kommt die verarbeitende Industrie bei ihren Abgabepreisen an den Handel in ein Kalkulationsproblem. Kurzfristige Stahlpreisfestsetzungen und damit größere Abhängigkeit von spekulativen und hochvolatilen Spotmärkten verlangen ein kostenträchtiges Beschaffungsmanagement und einen ausreichenden Risikopuffer. Bisher sei es in der DIY-Branche nicht üblich gewesen, einen variablen Preis für das Endprodukt mit gesonderten Rohstoffaufschlägen zu bestimmen, wie dies beispielsweise im Fachhandel über Materialteuerungszuschläge praktiziert werde. Auch Dieselpreiszuschläge seien heute im Bereich der Logistikdienstleistungen bereits ein praktiziertes Modell.
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