Zukunft des Wohnens

Weniger, digitaler, nachhaltiger, gesünder

So sieht das Zuhause der Zukunft aus, wie es in der Hiscox-Studie dargestellt wird.Bildunterschrift anzeigen
So sieht das Zuhause der Zukunft aus, wie es in der Hiscox-Studie dargestellt wird.
24.07.2015

Minimalismus auf weniger Raum; Häuser und Elektrogeräte versorgen sich selbst mit Energie; gesunde Mehrgenerationen-Häuser; Trend zu Home-Office stagniert - das sind die Trends, die das Wohnen der Zukunft bestimmen werden.
So jedenfalls sehen es die Autoren einer neuen Studie, die darüber Aufschluss gibt, wie die Deutschen in zehn Jahren wohnen werden. Für die Hiscox-Zukunftsstudie befragten die Trendforscher von Future Foundation im Auftrag des Versicherungsunternehmens Hiscox Experten und Trendspotter sowie jeweils 1.000 Männer und Frauen ab 18 Jahren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Hiscox, ein Spezialversicherer für Immobilien, Hausrat und Kunstgegenstände, erkennt dabei vier grundlegende Trends, die unser Wohnen in den kommenden zehn Jahren maßgeblich prägen: Reduktion und Digitalisierung, Mehrgenerationenkonzepte, Nachhaltigkeit und Gesundheitsbewusstsein.
Tobias Wenhart, Manager Products and Underwriting bei Hiscox, kommentiert die Studienergebnisse so: "Die Befragung zeigt uns klar, dass die zunehmende Platzknappheit in den Städten und der demographische Wandel flexible Wohnformen auf wenig Raum fordern. Unsere Häuser werden zudem mit neuartigen Technologien ausgestattet sein, die vielfältige Aufgaben für uns übernehmen. Dabei werden Nachhaltigkeit, Gesundheitsbewusstsein und Wohlbefinden in den Fokus rücken. Bestehen bleibt die Rolle als Wohlfühl- und Rückzugsort. Die Studie liefert uns als Versicherer wichtige Hinweise, wie wir unsere Angebote an veränderte Bedingungen anpassen können. Denn Versicherungen rund um die eigenen vier Wände gehören bei 84 Prozent der Deutschen zur Grundausstattung."

Trend 1: Reduktion und Digitalisierung


Die zunehmende Verstädterung in Europa führt dazu, dass in Zukunft mehr Menschen auf weniger Raum leben werden. Dies löst einen Trend zur Reduktion aus. Staubige Bücherregale werden so zu einem Relikt vergangener Zeiten. Der Stauraum ist zukünftig digital. 51 Prozent der befragten Deutschen haben in den vergangenen Jahren bereits Hausrat abgebaut. Durch das Mehr an Digitalem entsteht ein erhöhter Bedarf nach sichereren Lösungen in privaten Räumen. Automatische Updates von Geräten, Filmen, E-Books und Audiodateien oder eine Cloud-Speicherung des digitalen Eigentums werden an der Tagesordnung sein.

Trend 2: Rückkehr zum Mehrgenerationenkonzept


Als Antwort auf den demographischen Wandel werden Eltern, Kinder und Großeltern in den nächsten Jahrzehnten länger und häufiger gemeinsam auf engerem Raum und unter einem Dach leben als bisher gewohnt: Etwa jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) zwischen 18 und 24 Jahren kann sich nach der Befragung aktuell vorstellen, seine Eltern zukünftig bei sich aufzunehmen. Unter allen befragten Altersklassen liegt dieser Wert immerhin bei 8 Prozent. In Frankreich und Großbritannien ist die Bereitschaft sogar noch größer. Ebenso gehen auch mindestens 40 Prozent der Erwachsenen im Alter von 25 - 44 Jahren davon aus, dass ihre Kinder häufiger als früher über die Volljährigkeit hinaus zuhause wohnen oder später wieder zuhause einziehen w erden (alle Befragten: 29 Prozent).

Trend 3: Nachhaltigkeit


72 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Zukunft in Häusern zu leben, die ihren Energiebedarf selbst decken. Vorstellbar sind nach Meinung der Experten ganze "energie-positive" Wohngegenden, die über Solarzellen Strom erzeugen und ins Netz einspeisen. Im Haus selbst könnte eine Waschmaschine die Stromerzeugung der eigenen Umdrehungen nutzen und dadurch Energie sparen. Auch in anderen Bereichen wird das Haus nach den Ergebnissen der Hiscox-Studie "mitdenken" und zum Beispiel die Bestände von Lebensmitteln im Kühlschrank überwachen.

Trend 4: Gesundheitsbewusstsein


Die Wohnung der Zukunft wird einen aktiven Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden leisten. 30 Prozent der Befragten würden es zum Beispiel begrüßen, wenn die Beleuchtung sich an ihren Stresspegel anpassen und so einen Beitrag zum individuellen Wohlempfinden leisten würde. Ebenso wird der Einsatz gesundheitsschonender und natürlicher Materialien, Baustoffe und Technologien, die beispielsweise vor Elektrosmog schützen, stark ansteigen.

Das Zuhause bleibt Wohlfühl- und Rückzugsort


Die Studie zeigt auch, dass zumindest eines in den nächsten Jahren beim Alten bleibt: 53 Prozent de r Deutschen sehen das Zuhause als Rückzugsort und sicheres Nest. Für die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) ist es zudem wichtig, das Eigenheim auch selbst zu besitzen. Hier wollen sie sich in erster Linie wohl und sicher fühlen und vom Arbeitsalltag abschalten. Formale Home-Office-Konzepte werden nicht weiter zunehmen. Nicht einmal jeder fünfte geht davon aus, zukünftig mehr Zeit im Home-Office zu verbringen. Auf dem Vormarsch befindet sich hingegen die zunehmende Vermischung von Arbeits- und Privatleben: Bereits heute ist es für einen von drei Befragten selbstverständlich, seine Arbeitsmails regelmäßig auch in den eigenen vier Wänden zu prüfen.
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