Bund-Umfrage

Viele, nicht alle Händler verzichten auf Pestizide mit Neonikotinoiden

Die Gartencenterkette Meckelburg ist eines von fünf Unternehmen, die bis spätestens 2016 Produkte mit Neonikotinoiden aus den Regalen nehmen.Bildunterschrift anzeigen
Die Gartencenterkette Meckelburg ist eines von fünf Unternehmen, die bis spätestens 2016 Produkte mit Neonikotinoiden aus den Regalen nehmen.
28.09.2015

Viele Baumärkte und Gartencenter stoppen den Verkauf von Pestiziden mit Neonikotinoiden, weil diese Produkte als bienengefährlich eingestuft werden. Das ergab eine Umfrage des Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) unter 31 Baumarktketten und Gartencentern. Fünf Ketten sind bis spätestens 2016 frei von Neonikotinoiden: Gartencenter Meckelburg, Leitermann, Metro Cash & Carry, Plaza Bau- & Gartencenter (Coop) und Real (Metro Group).
Neun Handelsunternehmen haben Produkte mit Thiacloprid aus dem Sortiment genommen und beraten über das Auslisten von acetamipridhaltigen Produkten: B1 Discount Baumarkt (Rewe), Bauhaus, Baywa, Gartencenter Augsburg, Hellweg, Klee Gartencenter (Rewe), Obi, Pflanzen Kölle und Toom (Rewe).
Keine Absicht, ihr Angebot frei von Neonikotinoiden zu halten, zeigen 17 Unternehmen. Sie verkaufen nach wie vor Pestizide sowohl mit Thiacloprid als auch Acetamiprid: Baumarkt direkt (Otto & Hagebau), Bauspezi (NBB), Bellandris (Sagaflor), Blumen Risse, Dehner, Egesa Gartencenter (NBB) Gartencenter Wassenaar, Globus Baumarkt, Grün erleben (Sagaflor), Hagebau, Hela Profizentrum (Globus), Hornbach, Kiebitz-Märkte (NBB), Knauber, Landfuxx, Raiffeisen-Märkte (Agravis Raiffeisen) und V-Baumarkt (Kaes).

Kritik an Risikobewertung


Die 17 Unternehmen berufen sich dabei auf die Gesetzeslage. Denn das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bewertet Neonikotionoide als bienenungefährlich.
"Die Risikobewertung ist veraltet und zieht zu wenige wissenschaftliche Studien in Betracht", widerspricht Corinna Hölzel, Bienen-Expertin beim Bund. Knackpunkt sei das Verfahren zur Einstufung: Nur wenn die Hälfte der getesteten Versuchsgruppe stirbt, gilt das Mittel als gefährlich. Außerdem kritisiert der Bund, dass Neonikotinoide, selbst wenn sie ein Tier nicht töten, die Biene schwächen. Ihre Gedächtnisleistung kann abnehmen, und sie findet den Weg zurück in den Stock nicht mehr.
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