Schweighofer versus Umweltverbände

Raubbau an Rumäniens Wäldern?

22.10.2015

Die US-amerikanische Environmental Investigation Agency (EIA) präsentierte in dieser Woche in Wien einen Bericht, in dem die  Geschäftspraktiken des österreichischen Unternehmens Holzindustrie Schweighofer in Rumänien kritisiert werden. Der Bericht beschuldigt Schweighofer, große Mengen von illegal geschlagenem Holz aus Rumäniens Wäldern hauptsächlich zu Schnittplatten und anderen Halbfertigprodukten sowie zu Heizmaterial zu verarbeiten und in der EU zu verkaufen."Schweighofer ist einer der größten Holzkonzerne Europas und dabei leider auch einer der größten Treiber für illegalen Holzeinschlag in Rumänien", so Alexander von Bismarck, Direktor der EIA. Der WWF reichte heute eine Beschwerde entsprechend der Europäischen Holzhandels-Verordnung (EUTR) beim österreichischen Bundesamt für Wald ein und fordert die lückenlose Aufklärung der Vorwürfe gegen Schweighofer. Schweighofer wird zu den größten Holzhändlern Europas gezählt. Nach Informationen des WWF zählen unter anderem Obi und Hornbach sowie ‎Klenk Holz, Bahag Baus (Bauhaus) und Rettenmeier Holzindustrie zu den Kunden des Unternehmens.Schweighofer widersprichtDie Umweltschützer kritisierten, verteidigt sich Schweighöfer in einer Presseerklärung, das Fehlen von "Transportstempeln" auf Hölzern, die gesetzlich gar nicht vorgeschrieben seien. Fakt sei, dass es solche generellen "Transportstempel" für alle Rundhölzer auf Transportwegen gar nicht gebe, argumentiert Schweighöfer. Die Kennzeichnungsbestimmungen beträfen einerseits nur Rundhölzer mit mehr als 20 cm Durchmesser. Bei Langhölzern gelte die Kennzeichnungspflicht nur auf ihrem Weg vom Wald zu den ersten Bearbeitungsstationen. Dort würden diese Baumstämme zum Transport in die Sägewerke meist in mehrere Teile zerschnitten.Daher sei es logisch und vollkommen regelkonform, dass nurmehr einer dieser verbleibenden Teile die Markierung direkt aus dem Wald trage.Zudem hätten rund 50 Prozent aller Rundhölzer, die bei Holzindustrie Schweighofer verarbeitet würden, einen geringeren Durchmesser als 20 cm.Fotos von Baumstämmen ohne sichtbare Markierungen seien daher kein Hinweis, dass es sich dabei um unregistriertes Holz handele. Man könnte sogar den Stammteil mit Schlägerungsstempel einfach von der falschen Seite fotografieren und würde somit keinen Stempel sehen. Alle diesbezüglichen Vorwürfe der Umweltschützer seien somit sachlich und inhaltlich unrichtig und eine Desinformation der Medien und Öffentlichkeit."Wir sind uns der Problematik bewusst, dass es in Rumänien illegale Schlägerungen gibt. Holzindustrie Schweighofer kauft jedoch nur Holz aus legalen Quellen. Jede einzelne Holzlieferung wird mit allen technisch- und menschenmöglichen Maßnahmen an den Werkstoren streng auf Richtigkeit der Herkunftsdokumente und auch mit einem Abgleich mit der staatlichen Datenbank überprüft", heißt es in der Presseerklärung des Unternehmens weiter.
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