Internethandel

Verband beklagt massive Online-Beschränkungen durch Lieferanten

Oliver Prothmann, BVOH-Präsident, schätzt den entstehenden Schaden durch Online-Zugangsbeschränkungen auf mehrere Milliarden Euro im Jahr.
Oliver Prothmann, BVOH-Präsident, schätzt den entstehenden Schaden durch Online-Zugangsbeschränkungen auf mehrere Milliarden Euro im Jahr.
06.07.2016

Die Zukunft des Onlinehandels ist nach Meinung des Bundesverbandes Onlinehandel (BVOH) bedroht. Tausende kleiner und mittelständischer Onlinehändler stünden in Deutschland und anderen europäischen Ländern vor dem Aus. Ihre Existenz stehe auf dem Spiel, weil sie Opfer wettbewerbswidriger Verhaltensweisen von Herstellern und Markeninhabern seien. Allein in Deutschland macht nach einer Pressemitteilung des Verbandes rund ein Fünftel der Onlinehändler aufgrund dieser Beschränkungen einen jährlichen Verlust von mehr als 25 Prozent. Fast 50 Prozent der deutschen Händler beklagen sich über Umsatzverluste durch Herstellerbeschränkungen. Vor allem die Verbote, auf Online-Marktplätzen zu verkaufen, nehmen zwölf Prozent der befragten Onlinehändler den wichtigsten Vertriebskanal.
Negative Folgen für 10.000 Unternehmen
Das ist das Ergebnis einer von "Choice in eCommerce - der Initiative für Vielfalt und Innovation im Onlinehandel" durchgeführten Umfrage. Die europaweite Erhebung mit über 7.000 Unternehmen wurde von der Initiative im Auftrag des (BVOH) durchgeführt. "Beschränkungen haben nicht nur negative Folgen für den Handel. Auch die Verbraucher werden erheblich durch die Vertriebsbeschränkungen geschädigt: Sie zahlen häufig deutlich mehr für Produkte, als sie es bei einem funktionierenden Wettbewerb müssten. Das darf nicht so bleiben. Der Schaden beträgt Jahr für Jahr Milliarden Euro", sagt BVOH-Präsident Oliver Prothmann. Mehr als 10.000 Unternehmen mussten bereits Mitarbeiter entlassen, so eine BVOH-Schätzung.
Europaweite Vertriebsbeschränkungen
Vertriebsbeschränkungen, auch illegale, seien heute in der Europäischen Union über alle Sortimentsbereiche weit verbreitet. Sie machten den Onlinehändlern, die ohnehin in einem grenzüberschreitenden Wettbewerb stünden, das Leben schwer. Fast 2.000 Hersteller und Marken, die - branchenübergreifend - den Verkauf via Internet untersagen oder behindern, wurden in der Umfrage von den Händlern benannt. Alleine 29 Prozent der genannten Marken sprechen Marktplatzverbote aus.
Auswahlliste DIY, Garten, PET
Die Händler-Auswahlliste DIY-, Garten- und PET-Lieferanten mit Online-Beschränkungen:
3M, Al-Ko, Bayrol, Black & Decker, Blanco, Bosch, Brennenstuhl, Brillant, Campingaz, Dewalt, Duravit, Duscholux, Eheim, Einhell, Fiskars, Gardena, Grohe, Hansgrohe, HSK Duschkabinen, Husqvarna, Ideal Standard, Karlie, Keramag, Kettler, Leifheit, Metabo, Näve Leuchten, Nilfisk Alto, Osram, Paulmann, Philips, Royal Canin, Stabilo, Stihl, Viking, Weber Grill, Wenko, Wolf-Garten.
Die gesamte Liste finden Sie hier:
http://www.choice-in-ecommerce.org/onlinehandel-in-gefahr/die-liste-der-marken-mit-vertriebsbeschraenkungen/
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