„Nachhaltigkeit pur“

Umweltminister eröffnet Graf-Kompetenzzentrum Rohstoffe

Feierliche Inbetriebnahme des Kompetenzzentrums Rohstoffe in Herbolzheim (v. l.): Werksleiter Herr Heiko Rapp, Inhaber Otto P. Graf, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Franz Untersteller, Leiter Rohstoffeinkauf Jörg Drägert.
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Feierliche Inbetriebnahme des Kompetenzzentrums Rohstoffe in Herbolzheim (v. l.): Werksleiter Herr Heiko Rapp, Inhaber Otto P. Graf, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Franz Untersteller, Leiter Rohstoffeinkauf Jörg Drägert.
17.02.2020

Der Kunststoffspezialist Otto Graf, Teningen, hat im Beisein des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller sein Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim eingeweiht. Das Familienunternehmen hat in den Standort rund 35 Mio. Euro investiert. Durch die Aufbereitung und Wiederverwertung von Kunststoff werden pro Jahr 100.000 t CO2-Emissionen gegenüber der Verwendung von neuen Rohstoffen eingespart.
Der Standort in Herbolzheim sei "Nachhaltigkeit pur", sagte Otto P. Graf, Inhaber und Geschäftsführer der Graf-Gruppe. "Wir schaffen in der Nähe zu unseren bestehenden Produktionsstandorten Arbeitsplätze, minimieren dadurch die Emissionen beim Transport, produzieren aus recycelten Kunststoffen Umweltprodukte und setzen mit diesen Produkten Regenwasser als Prozesswasser und Kühlmittel bei der Aufbereitung unserer Rohstoffe ein."Umweltminister Franz Untersteller betonte das nachhaltige Investment des Familienunternehmens: "In einer Zeit, in der andere Hersteller noch überlegen, Rezyklate einzusetzen, ist Graf schon einen großen Schritt weiter. Das Unternehmen nimmt damit eine Vorbildfunktion ein."
Der Standort verfolgt mehrfach den Nachhaltigkeitsgedanken: Das Recyclingmaterial aus Kunststoff, zumeist Verpackungen, wird in einem vom Unternehmen entwickelten Prozess zu einem hochwertigen Regranulat aufbereitet. Die Rohstoffe werden überwiegend an den nahen Standorten Teningen und Dachstein im Elsass verwendet.
Das Unternehmen sieht sich als Marktführer im Bereich Regenwassernutzung. Im vergangenen Jahr hat es mit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 120 Mio. Euro erwirtschaftet. Gegenwärtig wird bei der Herstellung seiner Produkte bereits 70 Prozent Regranulat verarbeitet. Mittelfristig soll der Anteil auf etwa 85 Prozent steigen.
Das vom Bundesumweltministerium geförderte Kompetenzzentrum verknüpft erstmalig mehrere Prozessschritte mit neuen Anlagentechnologien. Die Technologie mache das Werk weltweit einzigartig, so das Unternehmen. Mit der eigenen Aufbereitung von Rohstoffen sichert sich das Unternehmen nach eigener Darstellung eine konstant hohe Qualität auf dem Niveau neuer Rohstoffe und macht sich unabhängiger vom Rohstoffmarkt.
Graf hat am Standort alle gegenwärtigen Möglichkeiten genutzt, um Regenwasser zu nutzen. So speichert ein Tank 52.000 l Regenwasser für betriebliche Prozesse. Dieses wird als Prozess- und Kühlwasser, zur Wäsche der Arbeitsbekleidung und zur Toilettenspülung genutzt. Zudem werden in vier Löschwasserbehältern 188.000 l Regenwasser als Löschwasser bevorratet.
Auf dem 6,3 ha großen Grundstück im Gewerbegebiet an der Autobahn entstand ein Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 23.000 m2 und zwölf je 30 Meter hohe Rohstoffsilos.
Auf dem 6,3 ha großen Grundstück im Gewerbegebiet an der Autobahn entstand ein Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 23.000 m2 und zwölf je 30 Meter hohe Rohstoffsilos.
Durch die Aufbereitung und Wiederverwertung von Kunststoff werden pro Jahr 100.000 t CO2-Emissionen gegenüber der Verwendung von neuen Rohstoffen eingespart.
Durch die Aufbereitung und Wiederverwertung von Kunststoff werden pro Jahr 100.000 t CO2-Emissionen gegenüber der Verwendung von neuen Rohstoffen eingespart.
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