BHB-Zahlen

Baumarktbranche schließt 1. Halbjahr mit deutlich positiver Entwicklung ab

Die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland haben nach Auffassung des Handelsverbandes BHB die erste Phase der Corona- Krise seit März gut bewältigt. Bildunterschrift anzeigen
Die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland haben nach Auffassung des Handelsverbandes BHB die erste Phase der Corona- Krise seit März gut bewältigt. 
17.08.2020

Die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland haben nach Auffassung des Handelsverbandes BHB die erste Phase der Corona- Krise seit März gut bewältigt. Sie hätten nicht nur ihre Systemrelevanz deutlich unter Beweis gestellt, sondern für Kunden wie Mitarbeiter Verantwortung übernommen und auch die Wirtschaftlichkeit als Grundlage für die über 480.000 mittelbar anhängigen Arbeitsplätze bisher gut gemeistert. Dies habe dazu geführt, dass die Handelsbetriebe der DIY- und Gartenbranche in Deutschland im ersten Halbjahr einen Umsatz von 11,82 Mrd. Euro und damit einen Zuwachs von 15,6 Prozent (auf bereinigter Fläche von 16,0 Prozent) verbuchen konnten. Auch die DIY-Händler in Österreich (1,49 Mrd. Euro, + 8,3 Prozent, flächenbereinigt +7,1 Prozent) und der Schweiz (1,82 Mrd. CHF, + 3,5 Prozent, flächenbereinigt +3,6 Prozent) zeigten in der Krise trotz teils langer Marktschließungen sehr gute Performances.

Allerdings, so mahnt der BHB weiter, würden die derzeit guten Zahlen zunächst einmal nur eine Momentaufnahme in einer sehr volatilen Sonderkonjunktur darstellen. Auf ein insgesamt positives Umsatz- und dann in der Folge auch ein gutes Jahresergebnis werden die nächsten Monate entscheidenden Einfluss haben.

Für die DIY- und Gartenfachmärkte war die erste Phase zu Beginn der Corona- Pandemie eine echte Herausforderung. Waren zunächst rund ein Viertel aller Bau-und Gartenfachmärkte in Deutschland (in Österreich und der Schweiz über viele Wochen sogar fast alle Märkte) im Zuge des ersten Shutdowns auf behördliche Anweisung geschlossen, änderte sich dieses Bild jedoch schnell. Flächendeckend haben lokale, regionale und landesweite Behörden – auch auf Betreiben des BHB hin – die Systemrelevanz der Branche erkannt und durch Öffnungsgenehmigungen untermauert (vgl. Statuspapier zur Systemrelevanz auf der BHB-Website).

Für die Betriebe der Branche (Handel und Produktion) bedeutete diese Sondererlaubnis natürlich eine existenzielle Überlebenssicherung. Aber die Auflagen, die in der Branche einzigartig schnell und frühzeitig umgesetzt wurden, brachten auch enorme personelle und finanzielle Herausforderungen mit sich.  

BHB-Vorstandssprecher Peter Tepaß dazu: „Die Größe unserer Verkaufsflächen war eine gute Ausgangsbasis für hohe Sicherheitsstandards. Es galt dann sofort, für die hohe Mitarbeiterzahl und die Kunden aufwändige Sicherungsmaßnahmen einzurichten und Konzepte zur sicheren Kundenführung zu entwickeln und umzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt entwickelten sich auch die sehr strengen Hygienevorschriften erst schrittweise. Im enger Abstimmungen mit den Behörden wurden die Konzepte verfeinert. Dass die Umsetzung in der Branche vorbildlich erfolgte, haben die anfangs nahezu täglichen Kontrollen der örtlichen Gesundheitsbehörden bestätigt“.

Die Zahlen, die der BHB in den Mitgliedsbetrieben aktuell abgefragt hat, stützen diese Einschätzung. So liegt die Anzahl der an Covid 19 erkrankten Mitarbeiter im Baumarkthandel bei einem extrem niedrigen Prozentsatz zwischen 0,05 - 0,1 Prozent (lt. Robert-Koch-Institut beträgt der bundesdeutsche Durchschnittswert rd. 0,24 Prozent). Diese Infektionen erfolgten aber alle im privaten Umfeld der Mitarbeiter sowie im Urlaub. Derzeit ist kein Fall bekannt, bei dem ein Mitarbeiter sich bei Kunden oder Kollegen angesteckt hätte.

Dies hat – neben der schnellen Implementierung von Sicherungsmaßnahmen - auch mit der vorhandenen Infrastruktur zu tun: Die Verkaufsfläche im Baumarkt hat in der Handelslandschaft eine einzigartige Raumkubatur. Die vorhandenen Raumhöhen und -größen – in Verbindung mit offenen Flächen und guter Belüftung – lassen kritische Aerosolkonzentrationen eher unwahrscheinlich werden.

Zu den größten Herausforderungen für die Händler in der ersten Corona-Phase gehörte die Logistik der Lieferketten. Besonders die teils lange blockierten Importrouten aus Asien, aber auch die Grenzsperren machten den Warenfluss zu den Verkaufsstellen schwierig. Hier haben die Logistikexperten des Handels, aber ausdrücklich auch der Lieferanten, ihre Aufgaben mehr als beachtlich erfüllt und konnten so dazu beitragen, die Versorgung der Kunden sicherzustellen.

Ein Grund für die Sonderöffnung war die breite und tiefe Sortimentierung der DIY-Handelsunternehmen und dadurch die Abdeckung vieler, systemrelevanter Leistungen. Direkt verfügbar bzw. kurzfristig online zulieferbar halten die Baumarkthändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit über 350.000 Artikel vor – und die Kunden haben diese Handelskompetenz in der Corona-Phase intensiv genutzt, wie der Blick auf die Umsätze und die Details der Sortimentsentwicklungen zeigt.

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