Deloitte-Economist im Global DIY-Network

„Der Home-Improvement-Branche wird es gut gehen“

Ira Kalish (r.) im Zoom-Gespräch mit Edra-Geschäftsführer John Herbert.Bildunterschrift anzeigen
Ira Kalish (r.) im Zoom-Gespräch mit Edra-Geschäftsführer John Herbert.
11.11.2020

Wie steht die Weltwirtschaft mit den wichtigsten Wirtschaftsmächten aktuell da? Welche Auswirkungen hatte Covid-19? Und was bedeutet das für die Home-Improvement-Branche? Wer gestern dem Vortrag von Ira Kalish im Global DIY-Network und der anschließenden Fragerunde gefolgt ist, hatte sich in gerade einmal einer Stunde auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht. Der Titel des Vortrags lautete völlig zu Recht: „Global economic overview 2020“.

Generell stellte der Chief Global Economist des Beratungsunternehmens Deloitte fest: Ob es in den einzelnen Ländern einen Lockdown gegeben habe, sei nicht entscheidend für die Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Aktivitäten gewesen: „Was den Unterschied macht, das ist die Angst.“

Sowohl in den USA als auch in Europa hätten die Verbraucher nach dem „historischen Einbruch der Konsumausgaben“ durchaus weiterhin Geld zum Ausgeben – das auch in Richtung Home-Improvement-Branche fließen könne. Denn wahrscheinlich werden mit oder ohne Pandemie künftig mehr Menschen im Homeoffice arbeiten. Dadurch steige die Nachfrage nach „größeren Wohnungen mit größeren Homeoffices“, meint Kalish. Die Menschen, die zu Hause arbeiten, werden auch mehr Dinge für zuhause kaufen. In der Fragerunde betonte er noch einmal: „Home-Improvement-Unternehmen wird es in Zukunft gut gehen.“

Größere Wohnungen mit größeren Homeoffices
Ira Kalish, Chief Global Economist Deloitte 

Auswirkungen erwartet Kalish auch auf die globalen Lieferketten. Unternehmen werden, so seine Prognose, mehr in die Widerstandsfähigkeit ihrer Supply Chains investieren und insbesondere die Abhängigkeit von China reduzieren. Die japanische Regierung, so sein Beispiel, unterstütze solche Bemühungen bereits konkret. „Ich denke, wir werden mehr solcher Dinge sehen“, erwartet Kalish. Für die US-Wirtschaft würden Waren aus Europa aber weiterhin wichtig bleiben.

Auch auf die Präsidentschaftswahlen in den USA ging Kalish ein, der seinen Vortrag live von den USA aus hielt – am frühen Vormittag für ihn, am frühen Abend für die Zuhörer in Europa. Biden werde sehr viel mehr „ein internationaler Präsident“ sein als sein Vorgänger und daran arbeiten, „die Weltwirtschaft wieder aufzubauen“.

Die nächsten Termine im Global DIY-Network: 2. Dezember 2020, "Meet the CEO", Interview mit Declan Ronayne, Woodie's DIY/Grafton Group; 8. Dezember 2020, "Online-Seminar" zu "Home improvement: Challenges and opportunities in light of Covid-19" mit Stefano Botter, Euromonitor.

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