„Der Spiegel“ kritisiert „Tricksereien“

Verbände fordern Einheitlichkeit bei der Umsetzung der Corona-Verordnungen

17.12.2020

Die seit dem 16. Dezember geltenden Maßnahmen des Bund-Länder-Beschlusses sorgen nach Meinung der grünen Branchenverbände für erhebliche Unklarheit und Verunsicherung von Handel und Verbrauchern, da sie von den Ordnungsbehörden bis auf lokale Ebenen unterschiedlich ausgelegt werden. Deshalb mahnen der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG), der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e. V. (BHB), der Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels e. V. (BGI) und der Industrieverband Garten (IVG) e. V. dringend einheitliche Richtlinien an.

Besonders die Verbraucher könnten die Vielzahl an Verkaufsgenehmigungen, gesperrten Sortimenten und Ausnahmen zum Beispiel für kontaktlose Warenübergabe/B2B-Öffnungszonen nicht mehr nachvollziehen, so die Verbände. Bereits die widersprüchlichen Auslegungen der Verordnungen im Frühjahr hätten Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen verunsichert und in den Randregionen sogar zu einem Einkaufstourismus geführt. Daraus habe die Politik auf Bundes- und Länderebene leider nicht die nötigen Schlussfolgerungen gezogen.

Die stark unterschiedliche, oft sogar widersprüchliche Auslegung der 16 auf Länderebene geltenden Corona-Schutzverordnungen führten, da sind sich die Branchenverbände sicher, zu Unmut gegenüber der Politik und mangelnder Akzeptanz für an sich sinnvolle Regeln, weil damit pauschal alle Einschränkungen als willkürlich wahrgenommen würden.

Gemeinsam appellieren ZVG, BHB, BGI und IVG deshalb an die Entscheider, eine einheitliche, nachvollziehbare und der Sachlage angemessene maßvolle Umsetzung der Corona-Schutzverordnungen umzusetzen.

Zahlreiche Geschäfte tricksen bei dem Versuch, zumindest einen Teil ihres Geschäfts aufrechtzuerhalten.
Der Spiegel

Auf das bundesländer- und regionalspezifische Durcheinander bei den Umsetzungen der neuen Corona-Regelungen macht auch der Beitrag „Schlupfloch Abholstation“ in „Der Spiegel“ aufmerksam, wobei die Tonalität des Artikels wenig Baumarkt und Gartencenter freundlich ist. „Zahlreiche Geschäfte tricksen bei dem Versuch, zumindest einen Teil ihres Geschäfts aufrechtzuerhalten“, schreibt das Magazin und meint weiter: „Baumarktketten wie Obi, Bauhaus oder Hornbach bieten den Kundinnen und Kunden im Shutdown die Möglichkeit, benötigte Materialien und Produkte online zu reservieren und dann in den Filialen abzuholen. Handelsverbände hatten für diese Abhollösung gekämpft“.

Kritisch gesehen wird generell auch, wie die einzelnen Bundesländer mit dem Einkaufstourismus ins benachbarte Ausland umgehen. Während beispielsweise Baden-Württemberg, das ansonsten einen harten Verordnungskurs fährt, solche Touren ins benachbarte Frankreich duldet, müssen in Bayern deutsche Staatsbürger, die nach Österreich zum Einkaufen fahren, in Quarantäne gehen.

Hier geht es zum zitierten "Spiegel"-Beitrag:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/corona-schlupfloch-abholstation-haendler-nutzen-lockdown-luecken-a-50433a53-bf23-4b42-b933-56c36681b8bd

Ein weiterer Bericht in der "Welt" befasst sich ebenfalls mit der aktuellen Situation der Baumärkte in Deutschland:

https://www.welt.de/wirtschaft/article222669696/Lockdown-Deutschlands-Baumaerkte-verstehen-die-Welt-nicht-mehr.html?cid=socialmedia.email.sharebutton

 

 

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