Institut für Mittelstandsforschung Bonn

Handel im Jahr 2020 mit zweithöchster Zahl an Insolvenzen

Das IfM hat sich mit den Insolvenzen des vergangenen Jahres befasst. Bildunterschrift anzeigen
Das IfM hat sich mit den Insolvenzen des vergangenen Jahres befasst. 
05.05.2021

Im Handel wurden im vergangenen Jahr 2.466 Insolvenzanträge gestellt. Damit liegt diese Branche auf dem zweiten Platz, direkt hinter dem Baugewerbe, wo mit 2.500 die höchste Zahl erfasst wurde. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Im Jahr 2019 lag die Zahl der Insolvenzen im Handel, die auch die Kfz-Reparatur einschließt, allerdings noch bei 3.166.

Insgesamt sank die Anzahl der Insolvenzanträge für Unternehmen um 15,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2019: Bei der Rechtsform des Einzelunternehmens ist der Rückgang am höchsten (-29,1 Prozent), gefolgt von Aktien- (-27,0 Prozent) und Personengesellschaften (-12,6 Prozent). Bei den GmbHs sank die Anzahl der Insolvenzanträge dagegen nur um 6,3 Prozent. Der Rückgang der Insolvenzanträge dürfte laut IfM Bonn zum einen auf die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen im Corona-Jahr und zum anderen auf die verbesserten Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Restschuldbefreiung für Selbstständige, die aufgrund der gewählten Rechtsform haftungsbedingt als „natürliche Personen“ insolvent werden, zurückzuführen sein. Aber auch die Corona-Hilfen verringerten das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit, teilt das Institut weiter mit.

„Umso bemerkenswerter ist es, dass im Jahr 2020 die Anzahl der Insolvenzanträge von Unternehmen mit über 100 Beschäftigten um mehr als 38 Prozent gestiegen ist. Der vergleichsweise geringe Rückgang bei den GmbHs, für die seit Beginn der Corona-Pandemie keine strikte Insolvenzantragspflicht bestand, deutet ebenfalls darauf hin, dass vielfach branchenbezogene Ursachen für die Insolvenzen verantwortlich sind“, erläutert IfM-Wissenschaftler Peter Kranzusch.

Die Anzahl der Insolvenzverfahren mit einer Eigenverwaltung durch den Schuldner stieg auf 382 (2019: 302). Darunter sind mit 293 Fällen mehrheitlich GmbHs. Dagegen führten nur 17 Einzelunternehmen das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

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