In 59 Regionen Deutschlands belastet der Kauf einer Bestandswohnung das Einkommen weniger stark als die Miete. In Großstädten verhält es sich durchweg umgekehrt. Zu diesem Ergebnis kamen Expertinnen und Experten des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) für die Studie „Postbank Wohnatlas 2026“.
Wenn es um die Einkommensbelastung durch Miete geht, leben 23 Prozent der deutschen Haushalte in einer von 124 günstigen Regionen. Dort werden weniger als 12 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die Nettokaltmiete einer 70-Quadratmeter-Wohnung benötigt. Demgegenüber leben 27 Prozent der Haushalte in einer der 60 für Mieterinnen und Mieter hochpreisigen Regionen, in denen im Durchschnitt 16 Prozent oder mehr des Einkommens aufgewendet werden müssen.
Zwar ist die Einkommensbelastung für Mieter 2025 insgesamt zurückgegangen – allerdings deutlich weniger als beim Kauf. Sie zahlten im Schnitt über alle Regionen hinweg 13,5 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Nettokaltmiete einer 70-Quadratmeter-Bestandswohnung, im Vorjahr waren es 14,1 Prozent. Besonders hoch ist die Mietbelastung in Großstädten. Angeführt wird die Rangliste von Berlin und München mit jeweils im Schnitt 24,5 Prozent des Haushaltseinkommens.
Belastung in deutschen Großstädten am höchsten
Der Kauf einer Eigentumswohnung belastet das Haushaltseinkommen in den Großstädten jedoch deutlich stärker als die Miete. Besonders groß fiel die Mehrbelastung 2025 mit 16,9 Prozentpunkten des verfügbaren Einkommens in Hamburg aus. In Potsdam betrug die Differenz 16,8 Prozentpunkte, in München 16,5 und in Berlin 15,0. Große Unterschiede gibt es auch in Frankfurt am Main (13,4), Regensburg (12,0), Rostock (11,8), Heidelberg (10,8) und Lübeck (10,6).
Demgegenüber leben derzeit 30 Prozent der deutschen Haushalte in einer sehr günstigen Kaufregion. In 160 Landkreisen und kreisfreien Städten reichen weniger als 15 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens aus, um laufende Kreditzahlungen für den Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung aus dem Bestand zu bedienen. Die Anzahl dieser sehr günstigen Regionen ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen: Im Jahr 2024 waren es 130 Regionen.
Insgesamt sind die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland 2025 wieder leicht (+0,6 Prozent) gestiegen. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Haushaltseinkommen über alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte seit 2024 hinweg nominal um 9,4 Prozent gewachsen, und die Einkommensbelastung durch den Wohnungskauf im Durchschnitt gesunken. Wer kaufte, musste 2025 für eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung 17,2 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens für die laufende Kreditfinanzierung aufwenden, im Vorjahr waren es noch 18,4 Prozent.













