Im Rahmen einer EU-Kampagne wurde gemeinsam mit Marktüberwachungsbehörden die Leistungsfähigkeit von sechs Dämmstoffen untersucht. Die Proben wurden in 14 Ländern entnommen. Das Ergebnis: Ein Drittel der Proben erfüllte die angegebenen Leistungsmerkmale nicht. Diese Werte unterstrichen die Notwendigkeit, dass Endverbrauchende die Leistungsangaben überprüften, bevor sie sich für Dämmprodukte entschieden, betont die EU-Kommission.
Die Prüfung fand im Rahmen der gemeinsamen Maßnahmen zur Konformität von Produkten 2025 in EU- und EFTA-Ländern statt. Die Kampagne soll die Behörden dabei unterstützen, Prüfungen zu koordinieren, Ergebnisse auszutauschen und Verbrauchende sowie seriöse Unternehmen im gesamten Binnenmarkt zu schützen.
Insgesamt wurden 106 Proben aus sechs gängigen Dämmstoffen ausgewählt: expandiertes (EPS) und extrudiertes Polystyrol (XPS), Mineralwolle, Schaumglas, Holzwolle und Holzfasern. Die Proben wurden in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Malta, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal und Schweden erworben, und zwar entweder im stationären Handel, online oder direkt bei den Herstellern.

Bei den Prüfungen wurde untersucht, inwieweit die Materialien den Wärmeverlust verlangsamen, ob ihre Dicke den angegebenen Spezifikationen entsprach und wie sie auf Feuer reagieren. Beim Wärmedurchlasswiderstand erfüllten 31 von 97 geprüften Proben (32 Prozent) die Anforderungen nicht. Beim Brandverhalten entsprachen 11 der 81 geprüften Proben (14 Prozent) nicht der angegebenen Klasse. Zudem wurden Kennzeichnungen und Dokumentation überprüft. Hier erfüllten 68 Proben (64 Prozent) die Anforderungen nicht. Das sei hauptsächlich auf eine unvollständige oder fehlende Leistungserklärung oder CE-Kennzeichnung zurückzuführen, berichten die Auftraggeber der Studie.
Die Marktüberwachungsbehörden stuften zwei Proben als „hohes Risiko“ und vier als „ernstes Risiko“ ein. Diese Ergebnisse betrafen vor allem das unzureichende Brandverhalten. Sie verhängten ein Verkaufsverbot für ein Produkt und nahmen sieben Produkte vom Markt.

Wirtschaftsbeteiligte müssten sowohl der Produktleistung als auch den Compliance-Anforderungen größere Aufmerksamkeit widmen, so der Appell der Prüfer. Die angegebenen Werte zum Wärmedurchlasswiderstand müssen die Produktleistung genau widerspiegeln, und die gesamte technische Dokumentation, die CE-Kennzeichnungen sowie die Leistungserklärungen müssen vollständig und auf dem neuesten Stand sein. Zudem solle man klare Installationsanleitungen bereitstellen und alle erforderlichen Informationen in Sprache oder Sprachen des Verkaufslandes zur Verfügung stellen.












