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Potenziale, die es zu heben gilt

Logistiknetz, Marktbelieferung, Hornbach

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Ware liefern - statt Mehraufwand: Sieben Hornbach-Kernanforderungen an den Lieferservice. Sieben Hornbach-Kernanforderungen an den Lieferservice.

Nicht transportsicher verpackte Ware, nicht stapelfähige Paletten, beschädigte Ware, unausgelastete LKWs, jede Menge Papierkram und verdammt viel Handarbeit. Ein Blick in die Wareneingänge der Märkte und Logistikzentren führt unbarmherzig und überdeutlich vor Augen, dass es bei allem Hype um Technologie, Urbanisierung, Green Logis­tics und das B2C-Geschäft immer noch die Basics sind, in denen entlang der Lieferkette richtig viel Potenzial steckt.

Die meist unzureichende Erfüllung und Einhaltung logistischer Anforderungen verursacht Kosten und erzeugt unnötigen, aber vermeidbaren Mehraufwand entlang der gesamten logistischen Kette. Tagtäglich müssen sich Lieferanten, Hersteller, Logistikdienstleister und Händler mit den Folgen und Auswirkungen dieser Probleme auseinander­setzen. Sie nehmen Kosten und Zeitaufwand in Kauf, um vermeidbare Probleme nachträglich abzuarbeiten und mit den an der logistischen Kette Beteiligten zu klären und zu regeln.

Gemeinsam haben Vertreter von Handel, Industrie und Logistikdienstleistern deshalb im Arbeitskreis "Logistik und Supply Chain" im BHB unter dem Motto "Ware liefern - statt Mehraufwand" sieben Kernanforderungen an den Lieferservice erarbeitet: Wenn es gelingt, die Lieferungen längsverladen, in formschlüssigen, stapelbaren, marktreinen und transportsicheren Einheiten zu transportieren, sie mit maschinenlesbaren Etiketten zu versehen und auf tauschfähigen Paletten zu bewegen, dann gelingt es auch, Aufwand und Kosten für alle Beteiligten deutlich zu reduzieren. Am Beispiel der Europalette lassen sich die sieben Kernanforderungen so veranschaulichen:

1. Transportsicher: Verkaufsverpackung und Ware sind gegen Beschädigungen, Diebstahl und Umwelteinflüsse geschützt. Die Palette und die Waren sind fest miteinander verbunden und bilden eine stabile Einheit. Die Ladeeinheiten sind vor Be­las­tungen durch Transport und Umschlag sicher geschützt, z. B. mithilfe von Umreifung, Kanten- und Anfahrschutz sowie Folierung. Das Gewicht der Ladeeinheit beträgt maximal 1.200 kg. Die Hand­habungshinweise gemäß DIN 55 402 bzw. ISO R/780 sind vorhanden und werden eingehalten.

2. Scannbar: Auf jeder Ladeeinheit sind zwei identische Labels angebracht, jeweils auf der Stirnseite. Größe, Qualität, Format und Anbringung des Labels gewährleisten die Lesbarkeit mit einem Scanner.

3. Formschlüssig: Jede Ladeeinheit ist bündig gepackt. Das Grundmaß entspricht dem Europalettenmaß. Das Packschema ist lückenlos.

4. Stapelfähig: Das Lagenbild der Ladeeinheit ist eben. Die Tragfähigkeit bei gleichmäßiger Belastung beträgt mindestens 400 kg.

5. Längsverladen: Ladeeinheiten sind längs in Fahrtrichtung verladen. Jede Ladeeinheit ist mit einem Flurförderzeug heckseitig und ohne Umsetzen zu entladen.

6. Tauschfähig: Die Palette ist für die Lagerung im Hochregallager und den Transport mit Flurförderzeugen gebrauchsfähig. Die Europoolpalette entspricht mindestens der Klasse C nach UIC 435-2.

7. Marktrein: Die Ladeeinheit enthält nur Ware für genau einen Markt.




Durch die konsequente Einhaltung und Umsetzung der aufgezeigten Maßnahmen können transportsicher gepackte, formschlüssige Ladeeinheiten erzeugt und Transportschäden vermieden werden. Stapelfähige Ladeeinheiten haben effizient genutzte Transport- und Frachträume zur Folge, welche merklich den CO2-Ausstoß verringern und Frachtkosten minimieren. Scannbare Labels mit NVE (Nummer der Versandeinheit, siehe Kasten), durch marktrein sortierte Ladeeinheiten, welche längs verladen werden können, haben eine direkte Reduzierung des Handlungsaufwands zur Folge. Der Einsatz gebrauchsfähiger EURO-Paletten führt dazu, dass der Abwicklungsaufwand und die Kosten für Transporthilfsmittel sinken.

Der Ansatz "Ware liefern - statt Mehraufwand" versteht sich als Impulsgeber für die gesamte Branche. Davon profitiert nicht nur der Handel, sondern auch Lieferanten und Dienstleister. Denn Frachtraum kann schon ab der Rampe des Lieferanten besser ausgenutzt werden, Handlingsaufwand kann schon beim Logistikdientsleister und in jedem Markt vermieden werden. Und Transportschäden entstehen entlang der gesamten Kette.

Mit der Einhaltung der sieben Kernanforderungen soll eine effiziente, sichere und ressourcenschonende logistische Abwicklung gewährleistet werden. Damit werden wir nicht die Welt retten, ab sie für alle etwas preiswerter, einfacher und effizienter machen.

 

Ingo Leiner, Logistik-Vorstand in der Hornbach Baumarkt AG

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