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1997, Nr. 9, S. 118 INDUSTRIE    Standortwechsel Torf - und kein Ende? Nachdem die Genehmigung zum Torfabbau für die Firma ASB Greenworld in Deutschland ausgelaufen war, hat man sich auf die Entwicklung eines Ersatzproduktes gestürzt. Doch mit dem Zusammenbruch des Ostblocks standen plötzlich wieder “unbegrenzte" Mengen des alten Rohstoffs zur Verfügung   Helmut Aurenz ist ein Selfmademan. 1958 gründetet er sein Unternehmen zur Produktion und zum Vertrieb von Blumenerde. Anfangs wurde er belächelt, doch mit dem zunehmenden Erfolg gewann er an Reputation. Inzwischen hat sich das Familienunternehmen zu einer soliden weltweit tätigen Gruppe entwikkelt.   1978 wurde das Werk Eisenharz/Allgäu wegen des fehlenden Rohstoffs Torf stillgelegt. Doch die Entwicklung einer neuen Blumenerde-Komponente “Culti-Fibre", ein Verschnitt aus Grünkompost, Rind u.a., machten den Standort bald wieder attraktiv. So wurde der Betrieb 1993 neu ausgestattet und 1994 wurde sogar erweitert.   “Mit viel Aufwand haben wir 1991 unser neues Produkt 'Culti-Fibre' auf der GAFA vorgestellt. Wir waren für die Zukunft gerüstet und hatten uns von dem Rohstoff Torf unabhängig gemacht", berichtete Aurenz. “Doch bestimmte Entwicklungen sind einfach nicht vorhersehbar."   1992 traf auf dem Davoser Weltwirtschaftstreffen der 1. estländische Ministerpräsident den deutschen Unternehmer Aurenz. Man unterhielt sich und stellte fest, daß man gleichgelagerte Interessen besaß: Aurenz, ein Torfspezialist, und der Ministerpräsident, der ein Land repräsentiert, das 24.000 ha Moorfläche aufweist. Während es dem einen als lukrative Investition erschien, denn der Torfabbau in Estland ist bedeutend billiger als die Produktion des Substituts “Culti-Fibre", war es für den anderen politisch wichtig, ausländische Investoren ins Land zu bekommen, um die Wirtschaft zu beleben. “Wir waren zunächst skeptisch", gibt Aurenz zu, “die Entfernungen waren enorm und politische Stabilität konnte uns natürlich niemand garantieren." Man wagte nach einigen Besichtigungen in Pärnu dann doch die Investitionen, denn die Infrastruktur war relativ gut, die Rohstoff-Vorräte gigantisch, der Hafen ganz in der Nähe und Fachleute für die Torfproduktion ausreichend vorhanden. Selbst die langen Transportwege über Wasser und zum Teil auch noch übers Land, lassen das Endprodukt immer noch weitaus günstiger ausfallen, als das Alternativprodukt weiter zu forcieren. “Culti-Fibre ist nicht gestorben", erklärte Aurenz, “doch vorerst ruht die…
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