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Zwei Wochen mitten im August

Die sogenannte „Jahrtausendflut“ veränderte ganze Landstriche radikal – und hat Folgen auch für die DIY-Branche

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Im Hornbach-Markt im oberösterreichischen Ansfelden stand das Wasser 1,50 m hoch.
Die Namen haben einen neuen Klang: Torgau, Riesa, Grimma, Aue, Döbeln, Dessau, Bennewitz, Dresden. Von allen Städten wurde zu aller erst Dresden mit einer anderen Katastrophe in Verbindungen gebracht, mit den katastrophalen Folgen der alliierten Luftangriffe im Frühjahr 1945, als Zehntausende starben. Damals war die Elbe und ihr Ufer für viele Rettung und Verderben zugleich. In diesem August drangen von dort die verheerenden Wassermassen in die Stadt. Anderswo quollen in Minutenschnelle Nebenflüsse der Elbe wie die Mulde an und ließen eine Spur der Verwüstung hinter sich. So wurde plötzlich über Orte berichtet, die früher kaum bekannt waren. Und es traf ja nicht nur die Elbe und nicht nur Deutschland. Auch die Donau, auch Passau, Regensburg und Cham, auch Österreich und Tschechien waren von lebensbedrohlichen Wassermassen betroffen.
Der Außenbereich des Hagebaumarktes in Bennewitz.
In Grimma und Aue, so melden Agenturen und Zeitungen, gibt es keinen Einzelhandel mehr. Gerade kleine Geschäfte, die sich oft in der Stadtmitte befinden, sind häufig völlig zerstört worden. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden allein in Deutschland wird auf rund 20. Mrd. € geschätzt, rund drei Viertel entfällt dabei auf Sachsen. Strittig ist aber, wie sich die August-Flut und ihre Folgen auf die Konjunktur auswirken werden. „Dicke Auftragsbücher bei den Baumärkten“ vermeldete zwar die Sächsische Zeitung direkt nach der Flut, doch ob es zu einer, wenn auch nur regionalen Sonderkonjunktur kommen wird, darüber sind sich die Experten uneins.
Outdoor-Lagebesprechung bei Hornbach in Ansfelden.
Schnell haben die Baumarktbetreiber während der direkten Bedrohung durch das Hochwasser reagiert. Auch weil die Behörden mit spielten. Die Öffnungszeiten wurden verlängert, am Samstag und am Sonntag waren in vielen betroffenen Städten die Baumärkte bis in die Abendstunden hinein geöffnet. Inzwischen wird darüber gestritten, ob daraus eine Dauereinrichtung werden sollte. Denn, so die Mitteldeutsche Zeitung: „Was als rasche Hilfe für Flutopfer und Helfer gedacht war, entwickelt sich zunehmend auch zum Magneten für alle, die in Familie oder in Ruhe einkaufen wollen.“ Für die Gewerkschaft Verdi steht fest, dass viele Händler die Notsituation ausnützen würden und fordert deshalb, dass das Ladenschlussgesetz wieder in Kraft gesetzt wird.
Wenn Blumenerde schwimmen lernt – das Hochwasser im I&M-Baucentrum Schierer in Cham…
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