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Die unterschätzte Größe

Der Baustoffring spielt in der DIY-Szene bisher keine große Rolle. Geht es nach den Kaarstern, so soll dies anders werden

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Die deutsche DIY-Szene kennt sie (fast) nicht, in den Heimwerkerfachzeitschriften tauchen sie selten auf und in der Branche wurde bisher wenig über sie gemunkelt und getuschelt. Gemeint sind die Partner des Baustoffrings, ein Zusammenschluss mittelständischer Baustoffhändler mit Sitz in Kaarst bei Neuss. Das hat sich jetzt zum Teil schon gewandelt. Denn erstens betreibt die Kooperation um Baustoffring-Geschäftsführer Günther Muck eine vorsichtige Expansionspolitik, was neue Partner betrifft, und zweitens trat man Anfang April dieses Jahres mit der Neuigkeit vor die Presse, dass man zusammen mit drei anderen Handelskooperationen eine „Mega-Kooperation“ gegründet habe, die zuerst sich noch auf Einkauf und Marketing konzentrieren will, deren Ziel es aber mittelfristig durchaus sein soll, die vier beteiligten Firmen zu verschmelzen.
Das Engagement aller Partner ist beim Baustoffring unerlässlich, ist sich Günther Muck (r. sitzend) sicher.
Dezentralität und Informationstechnologie
Dabei machen Branchen-Insider immer wieder auf zwei Baustoffring-Besonderheiten aufmerksam, die den Erfolg dieser Kooperation im Schatten der großen Wettbewerber aus dem Fach- und Einzelhandel erklären sollen: Da ist zuerst einmal die gelebte Dezentralität. Das persönliche Engagement des einzelnen Gesellschafters, Muck benutzt lieber den Begriff „Partner“, ist überlebenswichtig für den Bestand und den Erfolg des Baustoffrings. Die Arbeit wird auf die Schultern vieler verteilt. Fachaufgaben werden in den Partnerunternehmen erledigt, Verwaltungsaufgaben werden auf das Notwendige reduziert und zentral gelöst.
Wer dabei gleich an „Zentrale“ denkt, der sollte sich gleich wieder von diesem Begriff verabschieden. Denn der Mittelpunkt der Baustoffring-Welt in Kaarst ist integriert in einen ganz normalen Fachhandelsmarkt, besetzt mit extrem wenig Personal. Bei Bedarf scheut man sich nicht, auch externes Fachwissen zur Lösung von Problemen hinzu zu holen. „Wer Köpfchen hat, braucht keinen Wasserkopf“, tönt es dazu selbstbewusst aus Kaarst.
Der zweite Grund für die gute Marktstellung der 1974 gegründeten Kooperation ist die Informationstechnologie. Bei einer dezentralen Organisation müssen die Kommunikationsflüsse funktionieren: schnell, problemlos, zu jeder Zeit. So manch andere Fachhandelskooperation wäre heute froh, hätte sie jedem ihrer Partner, so wie es der Baustoffring vor gut drei Jahren getan hat, einfach einen Rechner, einen Anschluss, eine Software ins Unternehmen geliefert und…
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