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Personalleitungen geraten unter Druck; der Vorwurf „Flaschenhals“ geht aber an der Sache vorbei
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Wenn früher der Refa-Mann umging, gruselte es die Vorarbeiter. Pausenprivilegien und Bereitschaftszeiten wurden schnöde zugunsten produktiver Tätigkeiten gestrichen. Aus dem Vorarbeiter wurde wieder ein Mit-Arbeiter. Heute gruselt es so manchem „Personaler“, der einem Prozessanalytiker begegnet. Ist die Personalbeschaffung zu aufwändig?
Die Prozessanalyse listet die konkreten Tätigkeitsabläufe auch in der Personalarbeit chronologisch auf, markiert Parallel- und Doppelarbeit, outet unbarmherzig offene Enden einer Tätigkeit. Wenn dann übers Jahr 28 oder 38 Arbeitsstunden pro Kandidat zusammenkommen, verweigern viele Chefs den Segen zu solchem Beschaffungsaufwand.
Ursula König Hofmann & Heads! AG & Co., München
Die Prozessanalyse erreicht jetzt allmählich die Verwaltungen. Da wird der Personalbereich nicht ausgenommen und steht am Ende oft ziemlich „nackt“ da. Gerade wenn es um das Beschaffen von Mitarbeitern geht, muss man in einigen Personalabteilungen noch häufig mit zeitraubenden und vermeidbaren Schleifen rechnen. So verweigern qualifizierte Bewerber immer häufiger den Erstkontakt mit dem Personaler, sie wollen direkt mit dem künftigen Vorgesetzten oder zumindest gleich mit beiden sprechen. War früher nämlich die Personalabteilung erste Adresse und Hürde für jeden Kandidaten, liegt ihr Schwerpunkt heute häufig in der formalen Abwicklung einer Einstellungsentscheidung, die sachlich richtig längst vor Ort getroffen wurde. Das Ausstellen und Verwalten von Arbeitsverträgen mit dem gerade in Deutschland ausgeprägten Bescheinigungswesen wird danach wieder zur Kerntätigkeit. Die aber wandert unaufhaltsam in den Finanzbereich, wo die Bearbeitung und Verarbeitung von Daten zum Tagesgeschäft gehört. Schlechte Karten für Personalwirte?
Demgegenüber sieht man voller Anerkennung, wie so manche moderne Personalabteilung längst den Wandel geschafft hat zur zentralen Servicestelle für Schulung, Training und Managementsupport. Seit jeher schon war die Personalabteilung Adressat für Hunderte von Trainingsfabriken und Schulungsanbietern. Durch jahrzehntelange IHK-Kontakte sammelte sich ebenfalls das Know-how über Zulassungsprüfungen und Sonderqualifikationen eben in der Personalabteilung. Hier fand auch das betriebliche Ausbildungswesen eine si-chere Basis.
Allerdings hat die Entwicklung um etliche Personalabteilungen einen Bogen gemacht. Deswegen gibt es enorme Kostenunterschiede in der Personalverwaltung, die nicht durch ein Mehr oder Weniger in der Leistung erklärbar…
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