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Neue Prioritäten für die Messen

Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse GmbH, zur Zukunft der Messen, zur Rolle der Fachverbände und zu sogenannten „letzten Entscheidungen“

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diy: Die Messelandschaft weltweit befindet sich in einer Umbruchphase. Wie weit kann man als Messegesellschaft den Trend mitbestimmen?
Oliver P. Kuhrt: Jede Messegesellschaft, die morgen noch im Markt mitspielen will, muss den Trend mitbestimmen. Wenn die Märkte sich ändern, müssen die Messen ihre Prioritäten verändern, um erfolgreich zu sein. Und das heißt vor allem: Die Messen müssen ihre primäre Funktion, das Geschäft ihrer Kunden anzustoßen und als Impulsgeber zu fungieren, in den Vordergrund stellen. Sie müssen ihren Ausstellern und Besuchern klar machen, dass im Marketing-Mix kein Instrument besser geeignet ist als die Messe, alle relevanten Märkte zu öffnen.
diy: Wie sieht die Umbruchsituation aus?
Kuhrt: Das Geschäft wird heute anders gemacht als vor zehn Jahren. Der Verkauf über das Internet und das direkte Geschäft mit dem Endverbraucher florieren. Die Zahl der Unternehmen schrumpft, Aussteller stellen ihre Messebeteiligung – oft aus wirtschaftlicher Not – in Frage. Die Folge: Es gibt weniger Aussteller und Besucher. Unsere Aussteller belegen kleinere Flächen. Und wir stehen verstärkt in Konkurrenz zu anderen Kommunikationskanälen wie Kongressen und Events, Hausmessen und Roadshows, Onlinemedien und klassischer Werbung. Damit wird natürlich auch der Wettbewerb zwischen den Anbietern dieser Plattformen immer schärfer.
Also: Wir müssen uns in diesem Wettbewerb positiv abgrenzen. Wir müssen unseren Branchen zeigen, was wir – und nur wir als Messen – leisten können. Das sind einmal maßgeschneiderte Branchenforen: Die Internationale Eisenwarenmesse/Practical World hat in der Vergangenheit oft bewiesen, wie sie das Geschäft ankurbelt. Nehmen Sie den Trend zur umfassenden Sortimentserweiterung in Richtung Soft-DIY, zur Inneneinrichtung, zu modischen Accessoires. Diese Entwicklung fand immer zuerst in den Messehallen statt. Messen bleiben hier die Trendsetter.
Das ist außerdem die Öffnung aller relevanten Märkte: Wir haben in Köln das Branchen-Know-how und wir haben – zum Beispiel mit Hilfe unserer Tochtergesellschaften – auch Know-how und Partnerschaften in den wichtigen Auslandsmärkten, vor allem in Asien, aufgebaut. Wir veranstalten Messen im Hardware und DIY-Sektor in Hongkong, Shanghai und Taipeh, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen, um dort Fuß zu fassen.
Und wir arbeiten in Köln intensiv daran, den Service und die Aufenthaltsqualität auf unseren Veranstaltungen weiter zu optimieren – unter anderem im Rahmen unseres Masterplans 2006, mit dem das…
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