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Trend zu Billigwerkzeug flacht ab

Erstmals seit Jahren ging die Anzahl der verkauften Elektrowerkzeuge in Deutschland wieder zurück. Ein Indiz dafür, dass der Markt für Billigprodukte gesättigt ist

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Der Trend der vergangenen Jahre auf dem deutschen Markt für Elektrowerkzeuge war, dass immer mehr Produkte für immer weniger Geld unter die Leute gebracht wurden. Egal ob Akkuschrauber, Schlagbohrmaschine oder Winkelschleifer, dem Preis nach unten war offensichtlich keine Grenze gesetzt. Nun scheint dieser Trend zumindest abzuebben. Denn erstmals seit Jahren ist der Markt hierzulande mengenmäßig wieder zurückgegangen – laut Bosch-Marktforschung um etwa zwei Prozent. „Das ist ein klares Indiz dafür, dass der Markt mit Billigware gesättigt ist“, wertete Matthias Knofe, Leiter Verkauf Europa Mitte. „Auch niedrigste Aktionspreise für Billigware locken immer weniger Anwender auf die Großfläche“, so Knofe weiter auf der jährlichen Bosch Pressekonferenz, die diesmal im Vorfeld der Bosch World Convention im Europapark Rust stattfand.
Marke im Zentrum
Bosch setzt klar auf die Marke, das hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren unter anderem durch Qualitätsoffensiven mit Großkunden unterstrichen, aber auch durch ein Shop-in-Shop-System, das in diesem Jahr durch eine zusätzliche Lösung für kleinerer Märkte ergänzt wurde. Marketingmaßnahmen, die offensichtlich Früchte tragen. Denn mit einem Mengenanteil von 40 Prozent erzielten die Marken laut Bosch auf der Großfläche einen Umsatzanteil von 72 Prozent. Zum anderen konnte Bosch trotz insgesamt rückläufiger Zahlen bei Menge und Wert auf der Großfläche sogar zwei Prozent bei den Marktanteilen hinzugewinnen. „Diese Zahlen zeigen eindeutig“, so Knofe weiter, „dass der betriebswirtschaftliche Erfolg eng an Markensortimente gekoppelt ist.“ Der Durchschnittspreis pro auf der Großfläche verkauftem Elektrowerkzeug liegt laut Bosch bei 42 €, im Fachhandel bei 187 €. Ein Unterschied, der sich allerdings nicht nur über den Absatz der Billigprodukte und die Qualität erklären lässt, sondern natürlich auch über die nachgefragten Segmente.
Gegenläufige Entwicklung
Insgesamt war die Marktentwicklung in Europa durch eine gegenläufige Entwicklung gekennzeichnet: Rückgang im Westen, Wachstum im Osten. Wertmäßig betrachtet, wurde in Deutschland ein Minus von sechs, in der Schweiz von fünf  und in Österreich von drei Prozent registriert. Demgegenüber konnte beispielsweise Russland ein Plus von 15 Prozent aufweisen. Insgesamt registrierte die Bosch-Marktforschung für Europa ein Wachstum um drei Prozent. In Nordamerika wurde ein Zuwachs um ein Prozent, in Lateinamerika um rund 25 Prozent und in Asien um fünf Prozent errechnet. Damit…
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