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Bissige Bits

Plagiatoren mag man nicht bei Wera in Wuppertal. Deshalb geht man am PoS und auf Messen konsequent gegen Kopierer vor. Im Einzelfall hat der Hersteller von Schraubendrehern und Bits sogar schon Fabriken in China schließen lassen 

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Die Bilder wirken spektakulär. Mit Brennstoff übergossen zerschmelzen langsam die Griffe von Schraubendrehern zu unförmigen Klumpen. Doch die tatsächliche Beschlagnahmung und Zerstörung, mitunter sogar gefährlicher Billigplagiate, bleibt natürlich eher der Ausnahmefall. Und dennoch ist dieses konsequente Vorgehen ein tragendes Element in einem ganzen Gebäude von Maßnahmen, mit denen Wera seine Produkte konsequent schützt und der Strategie Glaubwürdigkeit verleiht. Die Wuppertaler Wera Werk Hermann Werner GmbH & Co. KG ist Hersteller von hochwertigen Schraubendrehern, Haltern, Winkelschlüssen und Bits für Handwerk und Industrie. Aber auch in Baumärkten ist ein Ausschnitt des Sortiments zu finden, das dort vor allem die ambitionierten Heimwerker als Kunden gewinnen will (siehe Bild SB-Wand). Mit mehr als 300 Schutzrechten zählt sich Wera zu den innovativsten Unternehmen der Branche. „Mit unserer konsequenten Unternehmenspolitik schützen wir nicht nur unsere Produkte, sondern auch den Handel und die Margen“, betont Geschäftsführer Martin Strauch. Gerade der Anwender, der gezielt nach verlässlicher Markenqualität suche, so Strauch weiter, müsse vor minderwertigen, unsicheren und teilweise auch gefährlichen Produkten geschützt werden.
Doch einfach, daran lässt Strauch keinen Zweifel, ist dies nicht. Grundlage ist die sehr frühe Einführung des Waren- und Markenzeichens „Kraftform“ 1968 für den Griff des Wera-Schraubendrehers. „Denn technische Schutzrechte alleine“, ergänzt Strauch, „sind sehr schwierig zu vollstrecken.“ Deshalb wurde der Schutz von Design, Technik und Marke verknüpft und langfristig angelegt.
PoS und Messen immer im Blick
Eine wichtige Rolle bei den ständigen Kontrollen spielt der Außendienst. Der hat ständig ein Auge auf das Angebot in den Märkten und meldet kopierte Produkte sofort an das Hauptwerk nach Wuppertal. Zudem werden auf einschlägigen Messen potenzielle Plagiatoren genau unter die Lupe genommen. Auch auf der Internationalen Eisenwarenmesse/
Practical World in Köln in diesem Jahr wurden die Mitarbeiter von Wera fündig. Ganze fünf Anbieter mussten ihre Produkte aus dem Angebot nehmen, da diese die Schutzrechte von Wera verletzten. In der Regel werden dabei die betroffenen Stände mit Polizei, Rechtsanwalt und Übersetzer besucht. „Unterlassungserklärungen sowie Nachprüfungen sorgen dafür“, erklärt Strauch, „dass diese Produkte dann nicht wieder auf anderen Messen auftauchen.“ Da es sich bei den Anbietern in der Regel um Händler handele…
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