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Umbau an der Spitze

Nicht nur Praktiker, auch Obi macht unruhige Zeiten durch. Das jüngste Beispiel ist die Trennung von Wolfram Stroese.
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"Was haben Obi und Praktiker gemeinsam? Totgesagte leben länger!" Auf diesen passenden Nenner brachte Anfang Februar 2008 ein Branchenkenner die Diskussionen um Gegenwart und Zukunft der beiden größten deutschen Baumarktbetreiber. Als weiland Praktiker, es war 2001, mit seinem radikalen Umbau anfing und den Weg des Baumarktdiscounts suchte (siehe Artikel in diesem Heft), da wurden schon die ersten Trauermärsche auf die Kirkeler angestimmt. Zu früh, wie sich zeigte. Ähnlich erging es Obi, als der durchaus schmerzhafte und ab und an auch etwas rüde Trennungsprozess von Manfred Maus, dem Wermelskirchener Über-Ich, erfolgte. Wie lange die jetzt wohl nur ihre Marktführerschaft behaupten würden, raunte die Menge der Baumarkt-Insider? Kein Konzept und kein System, Franchiser oder Filialbetreiber, patriarchalischer oder als "kühl" empfundener Führungsstil: Die Branche versah Obi mit zahlreichen Fragezeichen. Dass in Wermelskirchen ein Paradigmenwechsel stattfand, wer konnte es ernsthaft bestreiten? Einiges, was Manfred Maus lieb und - aus der Sicht der neuen Führungsriege - teuer gewesen war, wurde entfernt: China-Engagement, Obi@Otto, alte Logistikpartner. Dazu dann noch gleich eine nicht unerhebliche Anzahl alter Maus-Getreuer. Obis Wettbewerber rieben sich schon die Hände. Die Probleme waren - und sind - offensichtlich. Auf welches System setzt man bei Obi eigentlich? Ist man jetzt reiner Franchiser, was in Deutschland eh nur noch zu gut 50 Prozent zutrifft, oder betreibt man von der Zentrale gesteuerte Filialen? Welches Marktkonzept will das Unternehmen zukünftig multiplizieren? Es gab ja die unterschiedlichsten Versuche, von Ikea- bis zu Feng Shui-Obis. Jetzt ist man bei einem kompakteren Marktkonzept angelangt, dass fleißig im Ausland multipliziert wird, aber im Inland? Da denken und vor allen Dingen handeln die Franchisenehmer wohl nicht so, wie es Sergio Giroldi, Paolo Alemagna und Wolfram Stroese sich vorstellten. Vor allem die süddeutschen Franchisenehmer gingen sogar so weit, quasi eine eigene Interessensvertretung gegenüber der Zentrale zu gründen. Das fasste so mancher in Wermelskirchen als Affront auf. Als Giroldi ankündigte, in Zukunft neue Obi-Standorte in Deutschland nur noch als Joint Venture betreiben zu wollen, sahen viele Franchisenehmer ihre wirtschaftliche Selbständigkeit flöten gehen. Komplettiert wurde das Ganze mit Logistikproblemen. Obi suchte sich einen neuen Logistikpartner und fand ihn in Gestalt der DHL. Nur konnte man die…
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