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Sozialökonologische Schleifen

Nachhaltigkeit ist zum zentralen Begriff geworden, mit dem sich gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein ebenso dokumentieren lässt wie zeitgemäßes markentechnisches Denken. Doch gleichzeitig droht der Begriff zu einer Floskel zu werden und in die Beliebigkeit abzurutschen.
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Nachhaltigkeit ist zu einem der wirkungsmächtigsten Schlagworte der Gegenwart geworden. Es wurzelt tiefer in der Vergangenheit als sichtbar und transportiert inzwischen geradezu die Heilserwartung einer ganzen Generation. Aus einem schlichten forstwirtschaftlichen Begriff zur Wiederaufforstung eingeschlagener Wälder ist ein Appell geworden an die Zukunftsfähigkeit der Menschheit. Niemand kommt inzwischen mehr an dem Thema vorbei, weder Politik noch Wirtschaft. Auch viele Unternehmen haben schon lange die Relevanz des Themas für ihre öffentliche Wahrnehmung entdeckt und Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der Unternehmensphilosophie gemacht. So veröffentlicht beispielsweise Henkel bereits seit 16 Jahren regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht, mit dem der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Ressourcen ebenso dokumentiert werden soll wie das soziale Engagement.Denn Ökologie und Ökonomie sind in Zeiten dramatisch steigender Rohstoffpreise längst kein Gegensatz mehr. Dadurch, dass sich Nachhaltigkeit auf sämtliche gegenwartsrelevanten Fragen anwenden lässt, erhält sie ihre universelle Tragfähigkeit, egal ob es die Ökologie betrifft mit Problemen wie Klimawandel, Umweltschutz und Artenvielfalt, die Ökonomie mit immer teurer und knapper werdenden Rohstoffen, oder soziale Fragen des Ausgleichs von Interessenskonflikten oder der Forderung nach globaler Gerechtigkeit. Nachhaltigkeit gewinnt dadurch die Dimension einer Brückenfunktion für bisher häufig als gegensätzlich empfundene Sachverhalte. Selbst so fundamental entgegengesetzte Konzepte wie Konservatismus und Fortschritt werden durch nachhaltige Konzepte überbrückt - das Prinzip des Bewahrens wird zum Zukunftsprogramm.Das hat auch der Handel erkannt. Rollin Ford, CIO des weltgrößten Händlers Wal-Mart, betonte in einem Interview mit der Lebensmittelzeitung, dass Nachhaltigkeit Teil der gelebten Unternehmenskultur sei, und bekannte sich zu Zielen wie der kompletten Umstellung auf regenerative Energien, der Reduzierung des Abfalls auf Null und dem Verkauf umweltschonender Produkte. Als erstes deutsches Handelsunternehmen präsentierte die Metro Group in diesem Jahr eine Klimabilanz und verpflichtete sich, ihre Treibhausgasemissionen spürbar zu senken.Auf Messen und Kongressen wie der Light und Building in Frankfurt oder dem Internationen Baumarktkongress 2007 in Berlin rücken Themen wie Energieeffizienz, CO2-Reduktion und Klimaschutz immer…
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