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Gestörtes Wohlbefinden

Eine bessere Dämmung und Abdichtung von Gebäuden sind energetisch höchst sinnvoll. Doch sie haben einen unliebsamen Nebeneffekt: die Gefahr verstärkter Schimmelbildung. Testsysteme sollen den Endverbraucher nun helfen, Risiken sicher zu erkennen.
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In den letzten Jahren hat die Bedeutung des Innenraumklimas in Hinblick auf unsere Gesundheit merklich zugenommen. Nicht nur deshalb, weil wir uns inzwischen bis zu 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen aufhalten. Der Hauptgrund liegt vielmehr in energieeinsparenden Maßnahmen wie der verbesserten Dämmung von Gebäuden und einem dadurch verursachten verringerten Luftaustausch. Dieser wiederum kann zu einer Zunahme gesundheitsgefährdender Stoffe führen. Krankheitsbilder wie die Gebäudekrankheit oder ein gestörtes Wohlbefinden in Innenräumen werden seit Jahren von Wissenschaftlern beobachtet. Betroffen sein können sowohl Augen, Nase und Rachen als auch Lunge, Haut und das Zentrale Nervensystem. Zu den Einflüssen, die das Befinden in Innenräumen negativ beeinträchtigen können, gehören chemische Stoffe (Gase, Biozide, Stäube), physikalische Faktoren (Temperatur, Luftfeuchte, radioaktive Strahlung) und biologische Faktoren (Pilze, Bakterien, Pollen). „Studien des Umweltbundesamtes belegen, dass die Luft in Innenräumen oft stärker mit Chemikalien belastet ist als die Außenluft“, berichtet Dr. Martin Pitschke, Geschäftsführer von Domolytik, Institut für Gebäude- und Innenraumanalytik. Solche chemischen Belastungen in Innenräumen können von vielfältigen Quellen ausgehen. Dazu zählen Bauprodukte und Dämmstoffe (Asbest oder künstliche Mineralfasern), ältere Mineralfasern (vor 1995) wie Glaswolle oder Steinwolle, Spanplatten (Formaldehyd), Dichtungsmassen oder Parkettkleber (Poly-Chlorierte- Biphenyle, PCB), Farben, Lacke und Lösemittel (flüchtige organische Stoffe, VOC; Formaldehyd), Parkettkleber auf Teerbasis (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAK) oder auch Fußbodenbeläge (asbesthaltige PVC-Beläge). „Für Verbraucher ist es kaum möglich herauszufinden, welchen Schadstoffen sie ausgesetzt sind, da gefährliche Substanzen unterhalb der jeweiligen Grenzwerte in Erzeugnissen keiner Kennzeichnungspflicht unterliegen“, weiß Pitschke. Der Kunde könne sich lediglich an Umweltzeichen wie dem „Blauen Engel“ orientieren, um schadstoffarme Produkte auszuwählen, sofern es diese gebe. Treten gesundheitliche Beschwerden auf, die möglicherweise im Zusammenhang mit biologischen Schadstoffen stehen, gibt es die Möglichkeit sich durch Tests Sicherheit zu verschaffen. Das Unternehmen Domolytik bietet solche Innenraumanalysen unter anderem für Wohnräume an. Derzeit arbeitet das Unternehmen zudem daran, ein solches Testsystem…
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