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Lauernde Krise

Gute Messestimmung trotz dramatisch eingebrochener Besucherzahlen kennzeichnete die Heimtextil in diesem Jahr.
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Eigentlich würde man gerne schreiben, dass die Krise irgendwo anders stattfindet. Doch der deutliche Besucher- und Ausstellerrückgang auf der Heimtextil in Frankfurt spricht eine andere Sprache und spiegelt deutlich die derzeit verhaltenen Erwartungen an das Geschäftsjahr 2009. Wurden 2008 vom Veranstalter, der Messe Frankfurt, noch 86.378 Besucher gezählt, waren es in diesem Jahr lediglich rund 74.000 Gäste. Das entspricht einem Rückgang von gut 14 Prozent. Messe Frankfurt-Geschäftsführer Braun sieht daher auch seine Vormesse-Prognose bestätigt: „Das Jahr wird in dieser wirtschaftlichen Lage kein Rekordjahr für Messen.“ Auch bei den Ausstellerzahlen musste der Veranstalter ein kräftiges Minus einstecken. So nahmen 2008 noch 2.844 Aussteller an der Veranstaltung teil; in diesem Jahr waren es noch 2.721. Das trübte zum Teil die Stimmung in einzelnen Messehallen merklich, in denen Stellwände und Ruhezonen die freigebliebenen Flächen bestmöglich verdeckten, wie beispielsweise in Halle 4.2., wo Sonnenschutzprodukte zu sehen waren. Mit ein Grund für das Fernbleiben einiger Aussteller dürfte auch darin zu finden sein, dass inzwischen eine andere Messe zu diesem Thema zunehmend an Bedeutung gewinnt. Teilweise blieben jedoch auch Flächen einfach unbesetzt, obwohl sie im Vorfeld gebucht worden waren. Dann wies immerhin ein kleines Schildchen auf die Firma hin, die aus welchen Gründen auch immer davon abgesehen hatte zu erscheinen. Ein stichhaltiger Grund für die rückläufigen Zahlen ist darin zu finden, dass die Zahl der Marktteilnehmer schrumpft. So schlossen im Inland weitere Textilproduktionsstätten. Ihre Zahl sank um fünf Prozent auf 195 Betriebe mit 20.100 Beschäftigten (-700). Auch im Ausland ringt die Textilindustrie um ihren bisherigen Bestand: In Frankreich etwa wurde zu Jahresbeginn der Rahmen der Staatsbeihilfen für konjunkturbedingte Kurzarbeit insbesondere in der Textilindustrie ausgeweitet. Textil-Exportweltmeister China erlebt eine Insolvenzwelle und verlagert seine Aktivitäten auf die Befriedigung des Binnenmarkts bei gleichzeitiger Stützung durch steuerliche Hilfsprogramme. Europa, so die Feststellung des amtierenden Euratex-Präsidenten, Dr. Peter Pfneisl, habe zwar mit seinen Potenzialen durch hochwertiges Design, modernste Technologie und Qualitätsorientierung alle Kraft, sich auch in Krisenzeiten zu behaupten. Allerdings zeige die Auftragskurve seit dem zweiten Quartal 2008 nach unten und belaufe sich für das…
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