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Vertrauen aufbauen

Interview mit Rainer Schürmann, Geschäftsführer der größten Obi-Franchisenehmergruppe und Mitglied im Franchisenehmerbeirat.
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Der neue Obi-Franchisevertrag ist unterschrieben, die Klagen der Franchisenehmer zurückgezogen? Rainer Schürmann: Das stimmt! Und zwar von allen Franchisenehmern. Die Zustimmung beträgt also einhundert Prozent und sie gilt für die zum Teil sehr unterschiedlichen Laufzeiten aller Verträge! Jetzt ist u. a. der Durchleitungsanspruch für die zentral ausgehandelten Konditionen geklärt. Das war 30 Jahre lang gewohnheitsrechtlich geregelt, jetzt aber vertraglich - und die Konditionen werden von Wirtschaftsprüfern jährlich gegengecheckt. Und sie haben recht: Auch die Klagen sind vom Tisch! Aus Ihrer Antwort kann man dennoch ein gewisses Maß an Misstrauen herauslesen. Schürmann: Durchaus. Es ist ja schließlich in der Vergangenheit auch einiges passiert. Und deshalb muss erst wieder langsam Vertrauen aufgebaut werden. Darüber hinaus ist es ja auch der Zentrale nicht zuzumuten, dass da plötzlich 70 Franchisenehmer einzeln nach Wermelskirchen rennen und die mit der Industrie ausgehandelten Konditionen überprüfen wollen. Wie verlief der Verständigungsprozess zwischen den Franchisenehmern und der Zentrale? Schürmann: Das dauerte durchaus drei bis vier Jahre. Auf beiden Seiten musste die Schmerzgrenze zuerst einmal erreicht werden, bis wieder Vernunft einkehrte. Die eigentlichen Verhandlungen bis zum Abschluss des neuen Franchisevertrages dauerten dann rund ein Jahr. Obi, also die Zentrale, hat gelernt, dass sich die Franchisenehmer z. B. in Form der Interessengemeinschaft der Obi-Franchisenehmer (IOF) organisieren können und auch kampagnenfähig sind. Da wurde auf allen Seiten wirklich alles gespielt, was auf einer Klaviatur möglich ist. Im Großen und Ganzen haben sich die Franchisenehmer und die Obi-Zentrale aber aufeinander zu bewegt. Wir verstehen jetzt Herrn Giroldi besser und er uns. Das ist schon einmal eine gute Basis. Wie wichtig ist für Sie das Thema "Systematisierung" bei Obi? Schürmann: Wenn man keinen Rahmen vorgibt, dann machen alle, was sie wollen. Das ist aber oft nicht gut für die Gesamtentwicklung und das einheitliche Auftreten gegenüber den Kunden. Das gleiche gilt für ein Franchisesystem. Ich gebe zu, dass es in dieser Frage gerade bei dem ein oder anderen Franchisenehmer ein gewisses Beharrungsvermögen gibt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch wirtschaftliche Zwänge. Die Investitionen müssen sich rechnen. Da müssen dann die Konzepte, die die Zentrale anbietet, auch überzeugend sein. Das war früher nicht immer so, ist jetzt aber deutlich besser…
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