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Ignorierte Marktmacht 50plus?

Die Generation 50plus wird immer wichtiger. Das bietet Chancen auch für Bau- und Heimwerkmärkte. Aber wie kann die Branche davon profitieren? Ein Beitrag von Unternehmensberater und Buchautor Hans-Georg Pompe.
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Vier von zehn Deutschen sind über 50 Jahre alt – Tendenz steigend. Die Macht des Alters wird das 21. Jahrhundert regieren – es scheint uns aber nicht wirklich zu interessieren. Wie sonst ist der allseits mehr denn je regierende Jugendwahn, die Jugendverliebtheit vieler Unternehmen und Menschen zu erklären? Tatsache ist, dass der demografische Wandel uns längst schon in voller Wucht beherrscht. Im Jahr 2035 wird Deutschland die älteste Bevölkerung der Welt haben. Es klingt wie eine Binsenweisheit, aber es kann nicht klar genug betont werden: Menschen 50plus – sie werden immer mehr, während die Gesamtbevölkerung schrumpft und die junge Generation sich zahlenmäßig rückläufig entwickelt. Dabei sind die „Alten“ gesünder und leistungsfähiger denn je und häufig vermögend. Soziologen sprechen von der reichsten Generation aller Zeiten. Für Bau- und Heimwerkmärkte bietet deshalb die Kundengruppe der Best Ager Chancen auf nennenswerte Umsatzzuwächse. Aber: Die Best Ager haben andere Bedürfnisse und Lebensinteressen als jüngere Konsumenten. Mit austauschbaren Produkten und klassischen Marketingstrategien lassen sich 50plus-Kunden nicht langfristig binden. Neue Ideen sind gefragt. Wer den Mut aufbringt, bewusst einen anderen Weg als die Konkurrenz zu gehen, wird eine reelle Chance haben, „ältere Kunden“ an sich zu binden Beträchtliche Umsatzsteigerungen von bis zu 50 Prozent sind realistisch möglich – wenn man als Entscheider der DIY-Branche seine Hausaufgaben konsequent macht und Mut für neue Wege hat. Aber was macht den Megamarkt 50plus für Bau- und Heimwerkermärkte eigentlich so wertvoll und lukrativ? Erstens: Genuss- und kauflustige Zielgruppe Die Zielgruppe 50plus bildet einen lukrativen Wachstumsmarkt mit einer Kaufkraft von über 720 Mrd. € jährlich in Deutschland, gepaart mit einer ausgeprägten Genuss- und Kauflust. Sie geben viel Geld aus für Heimwerkerprodukte und Dienstleistungen, die das Leben lebenswerter machen: zur eigenen Entpflichtung und Erleichterung, für Renovierungsarbeiten und zur eigenen Sicherheit rund ums Haus. Doch vielfach werden diese Kunden als „Senioren“ zu klischeehaft angesprochen oder in ihren Bedürfnissen ignoriert. Denn sie haben in Nuancen häufig andere Bedürfnisse, Sehnsüchte, Dienstleistungserwartungen, Wertvorstellungen, Einstellungen und Lebensinteressen als jüngere Kunden. Und: Sie werden zunehmend ihre gesellschaftspolitische Marktmacht einzusetzen wissen, Heimwerkermärkte abzuwählen oder aber gezielt weiterzuempfehlen. Das…
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