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Schweizerisches Selbstbewusstsein

In Thun im Berner Oberland wurde im Herbst letzten Jahres ein neuer Obi-Standort eingeweiht. Was unterscheidet Schweizer Baumärkte von deutschen?
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Wer als Deutscher nach Thun (rund 42.000 Einwohner), gelegen im schweizerischen Kanton Bern, kommt, der wird unter Umständen Verständigungsprobleme haben, wenn er mit den Einheimischen ein Gespräch führen will. Das Bärndütsch verlangt schon ein genaues Zuhören, wenn auch die Dialekte des Berner Oberlandes noch eine Spur kerniger sind. Was aber über alle Sprach- und Dialektgrenzen hinweg schnell klar wird, ist, dass die Formel für gute Konzepte und Standorte in der Schweiz wie in Deutschland gleich ist. Im Herbst vergangenen Jahres eröffnete in Thun nach 80 Wochen Bauzeit (!) auf einer Fläche von rund 8.500 m², eingebettet in dem unter der Federführung der Genossenschaft Migros Aare errichteten „Panorama-Center Thun-Süd“, der jüngste Obi-Standort der Schweiz. Und, da sind sich Thomas Meyer, Spartenleiter Baumärkte der Migros Aare, und Marktleiter Uwe Reichenbach sicher, er ist auch einer der spektakulärsten. Wer bei schönem Wetter das Einkaufscenter mit seinem einzigartigen Blick von der Stockhornkette über den Niesen bis hin zu Eiger, Mönch und Jungfrau sowie auf den schönen, neuen Stadionbau des FC Thun sieht, der muss einfach beeindruckt sein. Die Center-Bezeichnung „Panoramacenter“ muss ja von irgendwo her kommen. Allein das integrierte Gartenparadies ist 3.500 m² groß. Es beinhaltet auch eine Heimtierabteilung. Ansonsten entspricht der Thuner Obi-Markt vom Aufbau, dem Sortiment und den Produkten in vielem dem, was man auch von Deutschland her kennt. Aber natürlich mit schweizerischen Spezifikationen, was das Sortiment und die Produkte angeht. Darüber hinaus gibt es aber einen gravierenden Unterschied: Die Schweiz ist eine Dienstleistungsgesellschaft und die Qualitätserwartung beträgt praktisch 100 Prozent. Eine Zimmertür mit einem Makel wird auch bei einer Preisreduktion nicht akzeptiert. Die Schweizer sind im Gegensatz zu Deutschland eher bereit, Zusatzleistungen in Anspruch zu nehmen und Leistungen wie Heimlieferung oder Montage auch angemessen zu bezahlen. „Den Kunden sind einfache, schnell ein- und umsetzbare Lösungen wichtig. Der Preis spielt in der Schweiz eine wichtige, aber nicht die zentrale Rolle“, betont Thomas Meyer. Das habe mit der geringen zur Verfügung stehenden Freizeit zu tun. Als ein Land mit begrenzten Ressourcen ist Ökologie in der Schweiz kein Modewort, sondern entspricht einem tief verankerten und gelebten Verhalten. „Swissmade“ als ein Label für Schweizer Produkte ist in vielen Bereichen – insbesondere bei den Lebensmitteln…
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