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Neuromarketing-Kongress

„Lieber ein Glas Rotwein“

Der Neuromarketingkongress in München beleuchtete die Einflüsse gesellschaftlicher Veränderung auf das Marketing. Eines der Haupthemen war der demographische Wandel. Die Botschaft: Ältere Konsumenten sind erfahrener und erwarten bessere Qualität und einen höheren Produktnutzen, aber auch mehr Höflichkeit und Respekt.
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Der Neuromarketingkongress findet jedes Jahr in München in der BMW-Welt mit dem Anspruch statt, eine Brücke zu bauen zwischen Theorie und Praxis. Wissen­schaftstransferkongress nennt der Neurowissenschaftler Dr. Hans-Georg Häusel von der Gruppe Nymphenburg denn auch die Veranstaltung. Entsprechend war das Programm aufgebaut: Einem wissenschaftlichen Vortrag auf gewohnt hohem Niveau folgte passend dazu eine praxisorientierte Präsentation.Wenige Themen ziehen sich derzeit so konsequent durch alle gesellschaftlichen Bereiche wie der demographische Wandel. Die Veranstalter des Kongresses, die Gruppe Nymphenburg und die Hauffe-Gruppe, hatten dieses deshalb ganz oben auf die Agenda gesetzt. Wie sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns im Alter verändert, ist einer der Forschungsschwerpunkte von Professor Dr. Lutz Jäncke. Das Gehirn, so der Kern seines Referats, lässt sich wie ein Muskel trainieren, und zwar vor allem durch geistige, körperliche und soziale Aktivitäten. Werde eine gewisse Hirnregion trainiert, so Jäncke weiter, nehme das Hirnvolumen schon nach kurzer Zeit zu, werde die Aktivität eingestellt, nehme es wieder ab.  „Jede Form der Expertise ist mit anatomischen Veränderungen verbunden“, referierte Jäncke. Wie in anderen Bereichen gelte also auch in Bezug auf das Gehirn der Satz: „Use it or loose it.“ Zwar ließen sich degenerative Prozesse im Gehirn nachweisen, so Jäncke, doch die Auswirkungen seien wesentlich geringer als gemeinhin angenommen. „Es herrscht eine riesige Hysterie in Bezug auf Demenz“, so Jäncke. „Verzichten Sie auf Pillen und trinken Sie stattdessen ein Glas Rotwein, das hilft genauso“, so sein Rat. Beschleunigt werde der Alterungsprozess durch die spezifischen kulturellen Bedingungen. In China, wo das Alter insgesamt eine größere Wertschätzung genieße, seien die wissenschaftlich ermittelten Gedächtnisleistungen deutlich besser als in westlichen Kulturen. Was bedeutet dies alles für die Praxis? Der offensichtliche Unterschied, so Dr. Gundolf Meyer-Hentschel, sei der, dass die Kunden immer mehr Konsumerfahrung mitbringen würden. „Der Anspruch an Qualität und Nutzen“ wird steigen, so Meyer-Hentschel, der als Begründer des Senioren-Marketings in Europa gilt. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach Respekt und Höflichkeit. „Ich sehe uns vor dem Aufbruch in das Zeitalter der Höflichkeit“, prognostizierte Meyer-Hentschel. Im Wesentlichen komme es darauf an, konsequent die Botschaft zu vermeiden: „Du bist alt geworden“. Statt einer Lupe am POS…
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