Obi Gartencenter
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Die Gartencenter der Baumärkte haben im Vergleich zu anderen Vertriebsformen seit vielen Jahren den höchsten Anteil am grünen Gesamtmarkt.

Rückblick

Früh erkannt, kon­se­quent bearbeitet

Die Baumärkte haben früh auf das Gartensortiment gesetzt und sich auch beim lebenden Grün Kompetenz erarbeitet. Deshalb beanspruchen sie inzwischen rund ein Viertel des Gesamtmarktes.

Der Garten ist zum umsatzverheißenden Trendthema geworden. Darüber sind sich in der Branche praktisch alle einig. Dabei überrascht es doch, wenn man sich klar macht, wie  früh die Baumarktbetreiber diesen Trend erkannt haben.
"Die Baumärkte gehören seit Beginn der 80er Jahr zu den erfolgreichsten Betreibern von Gartencentern." So beschrieb das Branchenmagazin diy die Situation auf dem Gartenmarkt im Jahr 1991. Die Prognose: "Und wie die Entwicklung zeigt, setzt sich dieser Trend unvermindert fort."An dieser Einschätzung hat sich seither nichts geändert. Der Trend hat sich bestätigt, und zwar massiv. Die Unternehmen aus der DIY-Branche sollten Recht behalten: Haben die Baumärkte Anfang der 90er Jahre noch 10 bis 20 Prozent ihres Umsatzes mit Gartensortimenten erzielt, liegt der Anteil heute branchenweit bei durchschnittlich einem Drittel.
Vor diesem Hintergrund war es nur allzu plausibel, auch die Zahl der Verkaufsstellen zu steigern. Mitte 1991 erfasste die diy-Statistik 528 Gartencenter in Deutschland, die von Gartencenter-Filialisten und den Baumärkten betrieben wurden, insgesamt 28 Unternehmen. Inhabergeführte Einzelunternehmen wurden nicht mitgezählt. Immerhin gibt es eine Schätzung: Alle Betriebsformen zusammengefasst, ging man von gut 900 Gartencentern mit einer Verkaufsfläche von mindestens 800 m² allein in den alten Bundesländern aus.
Die acht Baumarktbetreiber mit Gartencentern bildeten die Betreibergruppe mit den meisten Standorten: Allein 233 Gartencenter entfielen auf diese Kategorie.
Immerhin sieben reine Gartencenter-Unternehmen mit mehr als fünf Filialen verzeichnete die Statistik damals. Unter ihnen stach schon damals Dehner mit seinen 41 Märkten (zur Jahresmitte 1991) heraus: als "einziger 'echter' Gartencenter-Filialist mit bundesweiten Ambitionen" und "unbestrittener Vorreiter in der Gartencenter-Szenerie".
Vor allem getrieben durch den DIY-Handel, ist die Zahl der Gartencenter in den folgenden Jahren rasant gestiegen. Schon Mitte der 90er Jahre haben die 20 größten Betreiber rund 1.200 Gartencenter gehabt, davon allein 730 Baumarkt-Gartencenter. Zehn Jahre nach der ersten diy-Statistik für den Gartenmarkt hatte sich die Ausgangszahl mehr als verdreifacht und der Baumarktanteil von 60 auf 75 Prozent erhöht: Von den fast 1.600 Gartencentern der 20 größten Unternehmen waren im Jahr 2001 fast 1.200 an Baumärkte angeschlossen.
Das Konzept des Baumarktgartencenters hat der DIY-Handel bei seiner Expansion auch ins Ausland mitgenommen. Deshalb sind die Auslandsstandorte in diesen Zahlen auch eingerechnet.
Natürlich hat die Entwicklung seither nicht Halt gemacht. Inzwischen ist man bei fast 4.000 Gartencentern angelangt, die von deutschen Unternehmen betrieben werden (Stand Ende 2014). Davon entfallen allein auf die 15 größten Baumarktbetreiber 1.660 Standorte.
Entsprechend gut ist es den Baumärkten gelungen, Marktanteile im grünen Markt für sich zu gewinnen. Im Jahr 1985 wurde er von der BBE-Unternehmensberatung, Köln, mit 6,0 Prozent angegeben - allerdings einschließlich Blumen und Pflanzen. Nimmt man diesen Sortimentsbereich heraus, der natürlich von den Blumenfachgeschäften und Gärtnereien dominiert wurde, kam der DIY-Handel schon auf einen Anteil von 11,9 Prozent - 0,9 Prozentpunkte mehr als die direkt konkurrierende Vertriebsform Gartencenter.
Knapp zehn Jahre später ist der Gesamtmarktanteil der Baumärkte bereits auf 10 Prozent geklettert (gegenüber 14 Prozent der reinen Gartencenter). Die Statistik von damals deckt die Stärken und Schwächen ziemlich deutlich auf, an denen die Baumärkte im Laufe der Zeit jedoch ziemlich erfolgreich gearbeitet haben: Während sie bei den Gartengeräten mit 43 Prozent die eindeutig führende Vertriebsform waren, kamen sie bei den Topfpflanzen gerade einmal auf ein Prozent, bei Beet und Balkon auf zwei Prozent.
Hier haben die Baumärkte massiv aufgeholt. Während sie den Vertrieb von Gartenwerkzeugen nach wie vor eindeutig dominieren, haben sie sich gleichzeitig Kompetenz im lebenden Grün erarbeitet (auch wenn die ihnen von den konkurrierenden Vertriebswegen häufig abgesprochen wird).
Das Ergebnis: Mittlerweile beläuft sich der Marktanteil der Baumarktbetreiber am gesamten deutschen Gartenmarkt, der 2014 auf einem Volumen von 18,04 Mrd. € veranschlagt wird, auf 23 Prozent (IFH Retail Consultants/Klaus Peter Teipel). Seit 2010, als der Spitzenwert von 25,8 Prozent erreicht war, gibt es zwar eine rückläufige Tendenz. Von der Größenordnung her hat sich das Szenario jedoch in den vergangenen 15 Jahren nicht grundlegend geändert: Die Baumärkte bleiben der wichtigste Vertriebskanal für Gartensortimente.
Und die Prognosen sehen nach dem Jahr der Praktiker- und Max-Bahr-Pleite, die auch im grünen Baumarktbereich ihre Spuren hinterlassen hat, wieder besser aus: Für 2015 wird wieder mit einem Marktanteilsanstieg auf mehr als 24 Prozent gerechnet.
Dehner Gartencenter
Eine Vorreiterrolle in der grünen Bran­che bescheinigte die diy-Statistik den Dehner-Gartencentern bereits Anfang der 90er Jahre. Im Bild der 2014 eröffnete Markt in Weimar.
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