Dr. Joachim Bengelsdorf
diy plus

Editorial

Wir und der Fluss

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Unsere Gastautoren waren aufgefordert, zum 40. Geburtstag unserer Fachzeitschrift diy zu "spintisieren", ruhig mutig in die Zukunft zu schauen und zu schreiben, was sie für unsere Heimwerkerbranche in den, sagen wir mal, nächsten zehn Jahren für möglich halten. Welche Trends werden greifen, welche Entwicklungen werden sich wieder abschwächen, wie entwickelt sich das Kundenverhalten in Zeiten zunehmender Digitalisierung und permanenter Erreichbarkeit, welche Sortimente und Produkte werden zu den Gewinnern gehören, welche zu den Verlierern, welche Wettbewerber müssen Händler und Lieferanten mehr im Blickfeld haben und - last but not least - welche Formate setzen sich durch?
Wir haben bewusst darauf verzichtet, nostalgisch in der Vergangenheit herumzuwühlen und diese Entscheidung - das glauben Sie mir bitte - ist selbst mir, einem Historiker, leicht gefallen. Denn was sind schon 40 Jahre? Bestes Mannesalter, so könnte man sagen. Zahlreiche Gespräche, Kongresse, Symposien und andere Veranstaltungen haben gezeigt, dass viele derjenigen, die sich im Dunstkreis des DIY bewegen, verunsichert sind, wohin die Fahrt in unserer Branche geht. Alles scheint permanent im Fluss zu sein, nichts, was heute noch sicher und gewiss ist, muss es auch morgen sein. "panta rhei" nannte dies der griechische Philosoph Heraklit (bzw. einer seiner Schüler, wer genau, das ist nicht ganz gewiss): "Alles fließt". Heraklit vergleicht das Sein mit einem Fluss und er kommt zum Schluss: "Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen."
Wer das erkennt, akzeptiert auch, dass Bewegung und Veränderung zu unserem Leben und Tun einfach dazu gehören. Das Faustsche: "Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön!", kann und wird nicht gelingen, denn wir werden von einer temporalen Linearität bestimmt und getrieben, was uns nicht immer gefallen mag. Da wir dieser nicht entkommen können, ist es besser, sich ihr zu stellen und sie zu gestalten und beeinflussen zu wollen. Deshalb dieses in die Zukunft gerichtete Heft.
Das ist den 28 Autoren dieser Jubel-Ausgabe von diy in großartiger Weise gelungen. Vielen Dank an dieser Stelle für die spontane Bereitschaft, einen Beitrag beizusteuern und sich an die strengen Vorgaben zu halten. Ein Dank aber auch an die für mich persönlich überwältigende Zahl…
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